Bioabfall vs. organikreiche Restabfälle als Co-Substrat für bestehende Faultürme auf Kläranlagen

In diesem Projekt wurde bzw. wird untersucht, ob es möglich ist, den biogenen Anteil von Restabfällen derart aufzubereiten, um sie als alternatives Co-Substrat zu den derzeit verwendeten getrennt gesammelten Bioabfällen in den Faultürmen von Kläranlagen einsetzten zu können. Die Bioabfälle könnten somit wieder höherwertig verarbeitet und dem Nährstoffkreislauf rückgeführt werden.

Die Co-Vergärung auf Kläranlagen hat in Österreich und speziell in Tirol an Bedeutung zugenommen, da freie Faulraumkapazitäten genutzt werden können und die Wirtschaftlichkeit gesteigert wird. Als Co-Substrate werden derzeit insbesondere Fettabscheiderinhalte, Speisereste, aber immer öfter auch aufbereitete getrennt gesammelte Bioabfälle, verwendet. Durch die Vermischung mit den Abwasserschlämmen gelangen die nicht abgebauten Anteile der Co-Substrate im Klärschlamm, dessen stoffliche Verwertung zunehmend in Kritik gerät und vielerorts für viele Anwendungsfälle nicht mehr zulässig ist. Im Rahmen der hier vorgestellten Untersuchungen sollte untersucht werden, ob die organikangereicherte Feinfraktion aus einer mechanischen Restabfallaufbereitungsanlage als Co-Substrat geeignet ist bzw. entsprechend aufbereitet werden kann, sodass sie in den Faultürmen von Kläranlagen mitverarbeitet werden kann. Der deutlich höhere Anteil an nicht vergärbaren Bestandteilen im Restabfall erfordert eine aufwändigere Aufbereitung als bei getrennt gesammelten Bioabfällen, um den Kläranlagenbetrieb durch eingebrachte Störstoffe nicht zu beeinträchtigen. Als Grundlage für die Auswahl von Aufbereitungsverfahren wurden detaillierte Abfallcharakterisierungen des Restabfalls durchgeführt. Weiterhin liegen erste Ergebnisse aus Aufbereitungsversuchen vor.



Copyright: © Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben
Quelle: Recy & Depotech 2016 (November 2016)
Seiten: 6
Preis: € 3,00
Autor: Michael J. Meirer
Dr.-Ing. Wolfgang Müller
Univ.-Prof. Dr.-Ing. Anke Bockreis

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