Ein Riese regt sich - Wassermarkt im Reich der Mitte

China hat viel nachzuholen. Das gilt nicht nur für die ökonomische Entwicklung, sondern mindestens ebenso für die ökologische. In seine Wasserver- und Entsorgung beispielsweise muss das riesige Land in den nächsten Jahren annähernd 30 Mrd. Euro investieren, um westliches Niveau zu erreichen.

12.04.2005 Es boomt gewaltig in Asiens Schwellenländern, und das schon seit Jahren. Im Schnitt gehören in Ländern wie Korea, Malaysia, Singapur, Taiwan und Thailand Wachstumsraten des Bruttoinlandsprodukts von mindestens fünf Prozent zur Normalität. Allen voran eilt jedoch China mit jährlichen Wachstumsraten zwischen 9 und 11 Prozent. 2004 waren es vorläufig geschätzte 9,2 Prozent. Verbunden hiermit ist auch ein kräftiger Zuwachs der Außenhandelsaktivitäten. So nahmen Ausfuhr wie Einfuhr Chinas in den vergangenen 20 Jahren jährlich um über 15 Prozent zu, das sind mehr als doppelt soviel wie der durchschnittliche Anstieg des Welthandels insgesamt. Mittlerweile ist das Land der Mitte weltweit der viertgrößte Exporteur. Seit 1998 stieg die Wareneinfuhr sogar um das anderthalbfache stärker als die Ausfuhr.
Dieses Tempo der wirtschaftlichen Entwicklung fordert seinen Tribut. Das nicht nur in Form hoher, und in großen Teilen noch ineffizienter Energie- und Rohstoff-Verbräuche. Vor allem der Umweltschutz kam jahrelang zu kurz. Entsprechend hoch ist jetzt der Nachhol- bzw. Reparaturbedarf. Dies gilt besonders in Bezug auf eine nachhaltige Wasserwirtschaft.
So gehört es für weit mehr als die Hälfte der 1,3 Mrd. Chinesen noch zum Alltag, keinen sicheren Zugang zu Trinkwasser zu haben. Nach Angaben der Weltbank liegen von 20 der am stärksten verschmutzten Städte 16 in China. Vordinglichstes Problem ist jedoch die Wasserknappheit. Fast die Hälfte der 640 Städte leiden hierunter, 100 von ihnen sogar sehr. Nach Einschätzung der Bundesagentur für Außenwirtschaft (Bfai, Köln) droht die akute Wasserknappheit zu einer ernst zu nehmenden Bedrohung des gesamtwirtschaftlichen Wachstums zu werden...

Unternehmen, Behörden + Verbände: Bundesagentur für Außenwirtschaft (Bfai), Veolia Water (Frankreich), Marubeni Corp. (Japan), European Investment Bank (EIB), Shanghai Waterwork Pudong Co. Ltd., Veolia Water Systems, Thames Water, TU Berlin, Fraunhofer Institut für Informations- und Datenverarbeitung (IITB), TU Illmenau
Autorenhinweis: Heinz-Wilhelm Simon 



Copyright: © Deutscher Fachverlag (DFV)
Quelle: April 2005 (April 2005)
Seiten: 3
Preis inkl. MwSt.: € 0,00
Autor: Heinz-Wilhelm Simon

Artikel weiterleiten Artikel kostenfrei anzeigen Artikel kommentieren


Diese Fachartikel könnten Sie auch interessieren:

Saubere Leistung - Branchenbild der deutschen Wasserwirtschaft 2008
© Deutscher Fachverlag (DFV) (4/2008)
Die Unternehmen der deutschen Wasserwirtschaft - Versorger wie Entsorger - haben ihre Leistungen in den letzten Jahren noch einmal steigern können. Weniger als sieben Prozent Wasserverluste und eine fast vollständige Behandlung der kommunalen Abwässer in Kläranlagen mit zusätzlicher Nährstoff-Elimination sind das Ergebnis.

Wenn jeder Tropfen zählt - Singapur – globales Zentrum für nachhaltiges Wasser-Management
© Deutscher Fachverlag (DFV) (7/2007)
Mangels eigener Quellen setzt Singapur auf eine viergleisige Strategie, in deren Mittelpunkt die Schließung des Wasserkreislaufs steht. Im Zuge der Umsetzung entwickelt sich der asiatische Tigerstaat zum internationalen Zentrum für nachhaltige Wasser-Technologien.

Wasser für die Stadt am Meer: Küstennähe als Kostentreiber in Husum
© wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH (7/2016)
Durch Salzwasser gefährdetes Trinkwasser, sinkende Wasserabgabe, zum Teil überdimensionierte Brunnen und Netze: Mit diesen Herausforderungen sieht sich die Stadtwerke Husum Netz GmbH seit geraumer Zeit konfrontiert. Der Wasserversorger hat daher ein ganzheitliches Sanierungskonzept entwickelt, das er sukzessive umsetzt. Ziel der Maßnahmen ist es, die Trinkwasserinfrastruktur vor Ort an die aktuellen Gegebenheiten anzupassen. Zentrale Elemente bei der Umsetzung sind Verbraucherverhalten, Dimensionierung und die Erlösstruktur.

Magnetisch dotierte Füllbinder® zur Abdichtung im Brunnenbau – Ergebnisse von Versuchen
© wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH (3/2016)
Die Abdichtung von Brunnenringräumen ist ein Bauelement im Brunnenbau, dem große Bedeutung für die langfristige Sicherung der Rohwasserbeschaffenheit zukommt. Auf dem Markt sind verschiedene Baustoffe erhältlich, die im Ringraum unterschiedliche Eigenschaften und Nachweismöglichkeiten aufweisen. Für einen verbesserten Nachweis der Position und Integrität einer Ringraumsperre wurde in einem Testbrunnen im Bau-ABC Rostrup ein magnetisch dotierter Verfüllbaustoff getestet, der inzwischen auch bei Erdwärmesonden zum Einsatz kommt.

Developing an Integrated Water Resources Management (IWRM) Concept for the Capital Brasília
© DIV Deutscher Industrieverlag GmbH (8/2010)
IWAS-Áqua DF Brasília

Name:

Passwort:

 Angemeldet bleiben

Passwort vergessen?