Vorbeugender Hochwasserschutz durch Wasserrückhalt in der Fläche

Große Hochwasser werden bekanntlich durch Niederschlagsereignisse hervorgerufen, die hinsichtlich Summe, Intensität und räumlicher Ausdehnung extreme Werte aufweisen. Je nach Niederschlagscharakteristik und standörtlichen Gegebenheiten fließen unterschiedliche Anteile der Niederschläge als „Hochwasserwelle“ ab. Signifikante Anteile der Niederschläge werden aber auch „selbsttätig“, d.h., ohne bewusstes menschliches Zutun, im Einzugsgebiet zurückgehalten.

Der im Falle hochwasserverursachender Niederschläge vorhandene ungesättigte Bodenraum stellt ein wichtiges Potenzial für den vorbeugenden Hochwasserschutz dar. Die gezielte Nutzung dieses Speicherraumes durch infiltrationsfördernde Maßnahmen kann helfen, einen Beitrag zur Hochwasserminderung zu leisten. Für das Einzugsgebiet der Mulde in Sachsen wurde über eine umfangreiche Datenanalyse und grundlegende bodenphysikalische Untersuchungen das durch Maßnahmen in der Land- und Siedlungswasserwirtschaft nutzbare Potenzial nachgewiesen. Die erarbeitete Methodik ist auf andere Einzugsgebiete in Deutschland übertragbar. Sie kann dazu dienen, potentielle Hochwasserminderungsgebiete auszuweisen, in denen bodenbezogene wasserspeichernde Maßnahmen vorrangig empfohlen und gegebenenfalls gefördert werden sollten.



Copyright: © DIV Deutscher Industrieverlag GmbH
Quelle: GWF 05/2008 (Mai 2008)
Seiten: 12
Preis inkl. MwSt.: € 12,00
Autor: Professor Dr.-Ing. Friedhelm Sieker
Dr. Steffen Zacharias
Dipl.-Ing. Detlef Wilcke
Dr. Walter-Alexander Schmidt
Dr.-Ing. Heiko Sieker

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