Abfallaufkommen und -entsorgung

In der Bundesrepublik Deutschland wurden im Jahr 2005 nach Angaben des Statistischen Bundesamts etwa 35,7 Millionen Tonnen Siedlungsabfälle – Haushaltsabfälle und ähnliche gewerbliche und industrielle Abfälle sowie Abfälle aus Einrichtungen – einschließlich getrennt gesammelter Fraktionen behandelt (Tabelle 1). Aus zahlreichen europäischen Ländern werden Abfälle nach Deutschland importiert, die größten Importmengen kommen aus den Niederlanden und Italien (Tabelle 2). Im Folgenden soll versucht werden, die Abfälle entweder Monostoffströmen oder Mischstoffströmen zuzuordnen.

Die Abfallwirtschaft in Mitteleuropa ist auf vor wenigen Jahrzehnten nicht vorstellbar hohem Niveau angekommen. Der prognostizierte Entsorgungsnotstand ist nicht eingetreten. Im Gegenteil befürchten heute einige Akteure Überkapazitäten bei den Entsorgungsanlagen. Es lohnt sich ein Rückblick, um nach der Sinnhaftigkeit einzelner Maßnahmen zu fragen.
Als die Beseitigungskapazitäten knapp waren, setzten vielfältige Überlegungen ein, wie das Abfallaufkommen zu vermindern sei. Die naheliegende Lösung der Abfallvermeidung durch Verzicht funktionierte nur in wenigen, in der Auswirkung vernachlässigbaren Fällen. Daher schien die größtmögliche Abfallverwertung die Lösung der Wahl. Ein Blick in die Abfallbunker lehrte, dass erhebliche Teile des Restabfalls aus Verpackungen und Bioabfällen bestand. Daher wurde die schon immer lohnende getrennte Sammlung von Altpapier, Alttextilien und Schrott durch weitere Sammelsysteme – für Verpackungen, Biound Sonderabfälle – ergänzt.



Copyright: © TK Verlag - Fachverlag für Kreislaufwirtschaft
Quelle: Energie aus Abfall 4 (2008) (Mai 2008)
Seiten: 52
Preis: € 0,00
Autor: Prof. Dr.-Ing. habil. Dr. h. c. Karl J. Thomé-Kozmiensky
Dr.-Ing. Stephanie Thiel

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