Fließgewässerbenamung im Saarland – Grundlagen und Vorgehensweise

Im Zuge der Aktualisierung des saarländischen Gewässernetzes zur WRRL-Umsetzung wurde eine Überarbeitung durch eine systematische Codierung nach LAWA-Richtlinie und Benamung der Fließgewässer zur eindeutigen Identifikation notwendig. Während die Codierung im Aufbau einer Gewässertopologie ihre Bedeutung hat, ist eine Benamung im sprachlichen Gebrauch ein unumgängliches Identifikationsmittel. Neben Befragungen Ortskundiger wurden mögliche Gewässernamen aus Flurnamen, Topographie, Lage im Gewässernetz und regionaltypischen Gewässerbezeichnungen abgeleitet.

Zahlreiche Fließgewässer sind in den analogen und digitalen Kartenwerken nicht bekannt und ihre Namen werden nicht selbstverständlich in den Datensammlungen mitgeführt. Die Folge ist das Verschwinden von Gewässernamen aus dem öffentlichen Gedächtnis und der öffentlichen Wahrnehmung. Diese Arbeit liefert einen kleinen Beitrag, wie diese Wahrnehmung der unbenamten Gewässer durch eine regionaltypische Benamung wieder gefördert werden kann, um den Umgang mit den Gewässern im Rahmen des Gewässerschutzes auf eine breite gesellschaftliche Basis zu stellen. Die große positive öffentliche Resonanz infolge der umfangreichen Befragungen geben deutliche Hinweise, dass die Auseinandersetzung mit den Gewässern nicht nur auf der ökologischen Ebene geführt werden muss, sondern auch auf Ebenen, in denen die Menschen ihre Identifikation und Verbundenheit mit dem Gewässer ausdrücken können. Der Beitrag zeigt, dass auch im Bereich der Hydronymie GIS wertvolle Hinweise zu Gewässernamensbestandteilen und deren Datenmanagement liefern können.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasserwirtschaft 06 / 2009 (August 2009)
Seiten: 6
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Marina Paulus
Dr. Ulrich Honecker
Prof. Dr. Jochen Kubiniok

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