Beitrag der Landwirtschaft zu diffusen Phosphateinträgen in die Hydrosphäre

In Deutschland und in vielen anderen Industriestaaten werden seit Beginn der Nachkriegszeit durch Düngung größere Mengen an Phosphor (P) zugeführt als mit den Ernteprodukten abgefahren. Dies sollte der Sicherung eines hohen Ertragsniveaus dienen. Infolge dieser Überversorgung wurden landwirtschaftlich genutzte Böden, Gewässer und Gewässersedimente mit Phosphaten angereichert. Der vorliegende Beitrag verschafft eine Übersicht über die langfristige Entwicklung des Phosphorüberhanges in der Landwirtschaft Deutschlands und seine Folgen für Böden und Hydrosphäre.

Jahrzehntelange Überdüngung hat zu einer Phosphatanreicherung in landwirtschaftlichen Böden geführt. Bodenerosion, Auswaschung ins Grundwasser sowie Dränabfluss verursachen boden-, gewässer- und naturschutzrelevante Phosphatverfrachtungen und -anreicherungen in Ökosystemen. Phosphor gelangt in gelöster und partikulär gebundener Form aus punktuellen und diffusen Quellen in die Gewässer. Bis zum Jahr 2015 sind gemäß der WRRL die Gewässer in einen „guten ökologischen Zustand" zu versetzen. Die Phosphateinträge in die Oberflächengewässer Deutschlands umfassten nach Angaben des Umweltbundesamtes 2003 bis 2005 rund 23 000 t P/a (Tabelle 1). Hiervon stammten rund 65 % aus diffusen Quellen und ca. 35 % aus Punktquellen. Im Vergleich zu 1983 bis 1985 wurden die gesamten Phosphateinträge um ca. 58 000 t/a (71 %) reduziert. Diese Verringerung wurde zu nahezu 90 % durch den starken Rückgang der Phosphateinträge aus Punktquellen (kommunale Kläranlagen und industrielle Direkteinleiter) erzielt.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasserwirtschaft 05 / 2010 (Mai 2010)
Seiten: 6
Preis: € 10,90
Autor: Prof. Dr. Rolf Nieder
Dipl.-Geoökol. Hans-Peter Dauck
Dr. Werner Köster

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