Vergleich von Prognosemodellen zur Berechnung der Turbinen bedingten Fischmortalität

Grundsätzlich ist an allen Gewässern, in denen flussabwärts wandernde Fische Wasserkraftanlagen passieren müssen, mit Schädigungen der Fische zu rechnen. Für die Ermittlung und Prognose der Mortalitätsrate von Fischen bei der Turbinenpassage steht eine Anzahl an Berechnungsmodellen zur Verfügung. Im Rahmen der Studie „Erarbeitung und Praxiserprobung eines Maßnahmenplans zur ökologisch verträglichen Wasserkraftnutzung an der Mittelweser“ wurden verschiedene empirische Modelle miteinander verglichen und auf ihre Anwendbarkeit bei der Berechnung der Mortalitätsrate einer Kette von Wasserkraftanlagen hin untersucht.

Grundsätzlich ist an allen Gewässern, in denen flussabwärts wandernde Fische Wasserkraftanlagen passieren müssen, mit Schädigungen der Fische zu rechnen. Art und Ausmaß der Schädigungen sind von den jeweiligen Standortbedingungen abhängig und können stark variieren. In ATV-DVWK [1] werden als Schädigungsursachen bei der flussabwärts gerichteten Passage von Wasserkraftanlagen besonders hervorgehoben:
- Schädigung bei der Überwindung von Stauanlagen.
- Schädigung an Wasserentnahmebauwerken und Rechen.
- Schädigung bei der Passage von Turbinen.
Das höchste Mortalitätsrisiko bei der Fischabwanderung besteht bei der Turbinenpassage. Hierzu existiert mittlerweile umfangreiche Literatur, die zunächst entsprechende Befunde beschrieb, alsbald aber auch die Problematik der Verhinderung und Minimierung derartiger Schäden thematisierte. Darüber hinaus wurden Berechnungsmodelle von Ebel [2], Gomes et al. [3], Larinier et al. [4], [5], Montén [6], Pavlov [7], Bell [8], Turnpenny [9] und von Raben [10], [11], [12], aufgestellt, die eine Abschätzung der Mortalitätsrate zulassen. Die meisten Untersuchungen liegen für Kaplan-Turbinen und Lachse vor.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasserwirtschaft 09 / 2010 (September 2010)
Seiten: 4
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Dipl.-Ing. Rita Keuneke
Dipl.-Ing. Ulrich Dumont

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