Verwendung von Tunnelausbruchmaterial – Entscheidungsgrundlagen

Ausbruchmaterial ist ein Produkt des Tunnel‐, Stollen‐ und Kavernenbaus, welches im Zuge des Vortriebs gewonnen wird. Im Falle der Verwendung kann das Ausbruchmaterial der Gruppe der mineralischen Rohstoffe zugeordnet werden. In Österreich wurden erste Erfahrungen mit der Verwendung des Ausbruchmaterials als mineralischer Rohstoff im Zuge von Kraftwerksprojekten im Hochgebirge gesammelt. Aufgrund der meist schwierigen Zugänglichkeit wurde bei diesen Bauvorhaben schon sehr früh das Ausbruchmaterial für die Betonproduktion herangezogen. Beispiele hierfür sind die Kraftwerksprojekte Zemmkraftwerke (Huber 1971) und Maltakraftwerke, welche im Zeitraum von 1966 – 1978 errichtet wurden.

Zurzeit befinden sich in Österreich ca. 200 km Tunnel in Bau oder Planung. Das dabei anfallende Ausbruchmaterial wurde in der Vergangenheit hauptsächlich als Schüttmaterial verwendet oder deponiert. Gründe für die Deponierung des Ausbruchmaterials waren die für eine Verwendung ungeeigneten Gesteinseigenschaften, oder ein zu geringer wirtschaftlicher Nutzen. Aufgrund der Verknappung der natürlichen Vorkommen an mineralischen Rohstoffen sowie aus Umweltschutzgründen (Flächenverbrauch, Deponievolumen, Transportaufkommen) besteht heute das öffentliche Interesse Ausbruchmaterial einer Verwendung zuzuführen. In diesem Fall sind geologische, technische, wirtschaftliche und rechtliche Randbedingungen zu berücksichtigen.



Copyright: © Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben
Quelle: Depotech 2012 (November 2012)
Seiten: 6
Preis inkl. MwSt.: € 3,00
Autor: Dipl.-Ing. Daniel Resch
Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr.mont. Robert Galler

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