Tracergasdetektionsmethode der Ville de Luxembourg zur Auffindung von Undichtigkeiten im Umfeld von Quellfassungsanlagen der Trinkwasserversorgung

Undichtigkeiten im Fassungsbereich von Quellfassungsanlagen sind oft die Hauptursache für bakteriologische Positivbefunde in Quellen. Bisher konnten in diesem Kontext nur aufwendige Tracertests und Bohrungen sowie laufende Beprobungen die präferenziellen Eintragstellen und den Eintragsmechanismus erkunden helfen. Mithilfe der Methode der qualitativen Tracergasdetektion wurden durch den Service des Eaux der Ville de Luxembourg erstmals Tests zum flächigen Aufspüren von Undichtigkeiten mittels Formiergas durchgeführt.

Undichtigkeiten im Fassungsbereich sind oft die Hauptursache für bakteriologische Positivbefunde in Quellen. Bisher konnten in diesem Kontext nur aufwendige Tracer-Tests und Bohrungen sowie laufende Beprobungen die präferenziellen Eintragstellen und den Eintragsmechanismus erkunden helfen. Dabei wurde festgestellt, dass die im DVGW-Arbeitsblatt W 127 angegebene Überdeckung von 5 Meter nicht immer ausreicht, um einen wirksamen Schutz vor Verkeimungen zu garantieren. Oft führen positive Keimbefunde zu einer Außerbetriebnahme oder Stilllegung der Quelle, weil das Wasser ohne weitere Aufbereitung nicht zur Trinkwasserversorgung geeignet wäre.
Mithilfe einer Methode aus der Leckortung wurden erstmals durch den Service des Eaux der Ville de Luxembourg Tests zum flächigen Aufspüren von Undichtigkeiten mittels Formiergas durchgeführt. Die Idee war, aufwendige und die Grundwasserüberdeckung verletzende Untersuchungen zugunsten eines zerstörungsfreien, umweltfreundlichen Verfahrens zu vermeiden und präferenzielle Sickerwege im Umfeld belasteter Quellfassungen über die Methode der qualitativen Tracergasdetektion zu erkunden. Damit sollte eine gezielte Planung von Schutzmaßnahmen erleichtert und wirtschaftlicher gestaltet werden.
In die Quellleitungen und Zuläufe aus dem Luxemburger Sandstein wurde sozusagen im Gegenstrom zum anströmenden Grundwasser Formiergas eingeleitet. Im Umfeld der Quelle hat die Abteilung „Lecksuche“ des Service des Eaux der Ville de Luxemburg Gasmessungen mit einem speziell für Wasserstoff kalibrierten Gasspürgerät durchgeführt. Austrittsstellen wurden markiert und mittels GPS eingemessen. Daraus wurde ein Lageplan erstellt, der die Gasaustritte als potenzielle Fremdwasserzutritte in räumlicher und konzentrationsbezogener Relation zum Gebäude und der geologischen Situation im Umfeld der Quelle darstellt. Die bisher erzielten Ergebnisse korrelieren mit den hydrogeologischen Erkenntnissen und den konventionellen Tracer- Tests sowie den Kluftmessungen in Aufschlüssen und den Baugruben bei der Quellsanierung. Ebenso können nun die Befunde bezüglich der Geländenutzungen und der Eintragspotenziale, wie z. B. den örtlich vermehrt auftretenden Hundekot nahe einer der beiden Quellen, genutzt werden, geeignete Gegenmaßnahmen einzuleiten. Diese müssen vor allem im nahen
Umfeld der Quelle greifen.



Copyright: © wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH
Quelle: Heft 04 - 2013 (April 2013)
Seiten: 8
Preis: € 4,00
Autor: Professor Dr. habil. Christoph Treskatis
Dipl. Ing. (FH) Gérard Zimmer

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