Vorgaben der Europäischen Union zur Rohstoffsicherung

Die Ressourcenpolitik eignet sich durchaus als ein Musterbeispiel für Verschiebungen, denen wir uns stellen müssen. Während der Westen noch vor einigen Jahrzehnten das Spielfeld dominierte, sind es nun die Schwellenländer. Laut dem Britischen Geologischen Dienst sind Schwellen- und Entwicklungsländer bei 52 der wichtigsten Rohstoffe für über 80 Prozent der globalen Produktion verantwortlich. China alleine ist größter Weltproduzent bei 28 dieser Rohstoffe. Auch der Konsum der aufsteigenden Länder wächst enorm. China ist zum Beispiel für 40 Prozent des weltweiten Metall-Konsums verantwortlich.

„Mögest Du interessante Zeiten erleben,“ das ist im Chinesischen kein freundlicher Wunsch. Interessante Zeiten sind unruhige, ja gefährliche Zeiten. Aber ob wir es uns gewünscht haben oder nicht, wir leben in „interessanten“ Zeiten. War da mal vom „Ende der Geschichte“ die Rede? Papperlapapp, es geht gerade richtig los! Europa verliert weltweit an Bedeutung, so lange die Krise der Eurozone das Zusammenwachsen Europas gefährdet, ohne das keines der europäischen Länder in den nächsten Jahrzehnten global relevant bleiben wird. Die arabische Welt, lange als stagnierend beschrieben, wird gerade wieder zu einem Akteur, mit dem zu rechnen ist. Die USA wenden sich mehr und mehr dem asiatisch-pazifischen Raum zu, weil der Schwerpunkt der Weltökonomie nach Asien, vor allem Nordostasien wandert. Afrika entwickelt wachsendes Selbstbewusstsein wie auch zahlreiche südamerikanische Staaten, voran Brasilien. Die Innovations- und Transformationskraft, die gebraucht wird, um sich den großen gesellschaftlichen Herausforderungen wie dem Klimawandel oder dem demographischen Wandel zu stellen, erfordert angesichts der Verschiebung internationaler Kräfteverhältnisse neue Perspektiven, Strategien und Allianzen. Gelingt eine internationale Ordnung, die flexibel genug ist, um den Veränderungen Rechnung zu tragen, und stabil genug, um Konflikte einzuhegen?



Copyright: © Universität Stuttgart - ISWA
Quelle: KreislaufwirtschaftsTag 2012 (Oktober 2012)
Seiten: 7
Preis inkl. MwSt.: € 3,50
Autor: Reinhard Bütikofer

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