Fels und Boden: Kernbohrverfahren zur Probengewinnung

Fels und Boden werden allgemein und auch in der Normung als zwei Themenblöcke dargestellt. Der Übergang von kompaktem Fels zu lockerem Boden ist immer eine Herausforderung an die Beurteilung und ebenso an das Werkzeug zur Gewinnung der Probe. Trockenrammen und -drehen, Einsatz einer Trockenspülung oder Nassspülung: Hier ist das Fingerspitzengefühl des Geräteführers gefragt, ebenso das geeignete Bohrwerkzeug. Gutachter und Bauherr verlangen eine möglichst ungestörte Probe. Dazu gehören für alle Beteiligten auch die Kenntnis der Probennahme-Techniken sowie die Anerkennung von Grenzen einer optimalen Durchführbarkeit.

Festen Boden unter den Füßen haben, in den Boden versinken, auf Sand bauen, auf Fels stehen: Literatur und Geschichte haben den Untergrund, den Baugrund schon lange als wesentliche Begriffe aufgenommen. Es war schon immer wichtig, zu wissen, was sich unter unseren Füßen befindet. Unsere Altvorderen gründeten Tempel, Paläste, Kathedralen auch in kritischen Baugründen. Sankt Petersburg und Versailles wurden in Sumpfgebieten erbaut. Staudämme werden in Gebirgstälern errichtet, deren Entstehung häufig auf geologische Störungszonen zurückzuführen ist – teilweise mit schwerwiegenden Folgen. So führte zum Beispiel ein Nichterkennen und Nichtberücksichtigen der Besonderheiten der geologischen Situation in Südfrankreich im Jahre 1959 zum Bruch der 60 Meter hohen Sperre Malpasset. Die nahe Mittelmeerstadt Frejus wurde von den Fluten zerstört. Über 400 Menschen starben.



Copyright: © wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH
Quelle: Heft 07-08 2014 (September 2014)
Seiten: 4
Preis inkl. MwSt.: € 4,00
Autor: Dipl.-Geol. Martin Happel

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