Hydrothermale Carbonisierung – Einsatzmöglichkeiten und Potenziale

Unterschiedliche thermochemische Technologien werden eingesetzt, um unterschiedliche Produkte wie Gas, Öl oder Feststoffe herzustellen. Die Pyrolyse (Pyrokohle) oder hydrothermale Carbonisierung (Hydrokohle) sind die bekanntesten Techniken zur Umwandlung von Biomasse oder organischen Abfällen in Kohle oder kohleähnliche Produkte. Aufgrund der unterschiedlichen Prozessbedingungen dieser Technologien unterscheiden sich deren Erzeugnisse wesentlich voneinander.

Pyrokohlen sind inert und weisenstark verdichtete aromatische Ringsysteme auf, während Hydrokohlen reich an sauerstoffhaltigen funktionellen Gruppen (z.B. Carboxyl-, Hydroxylgruppen) sind und somit wesentlich reaktiver. Trotz oder gerade aufgrund der unterschiedlichen Eigenschaften von Hydro- und Pyrokohlen sind deren Anwendungsbereiche sehr mannigfaltig. Pyrokohlen können als Bodenzuschlagsstoff mit dem Ziel der langfristigen CO2-Speicherung im Boden eingesetzt werden. Im Gegensatz dazu kann durch die Zugabe von Hydrokohle die Methanausbeute in Vergärungsprozessen signifikant gesteigert werden. Ferner kann mittels hydrothermale Carbonisierung die Plattformchemikalie 5-HMF hergestellt werden. Sowohl die hydrothermale Carbonisierung wie auch die Pyrolyse sind Technologien, die ein hohes Potenzial besitzen, um organische Reststoffe vielfältig und hochwertig zu nutzen und um Stoffkreisläufe zu schließen.



Copyright: © Wasteconsult International
Quelle: Waste-to-Resources 2015 (Mai 2015)
Seiten: 11
Preis: € 5,50
Autor: Katja Wiedner

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