Aufbau von Rücknahmesystemen für Elektroaltgeräte im Distanzhandel

In den letzten Jahrzehnten hat der Verkauf von Elektro- und Elektronikgeräten stetig zugenommen. Mit etwa 40 Millionen Haushalten und etwa 20 Prozent des Absatzvolumens ist Deutschland der wert- und mengenmäßig stärkste Hausgerätemarkt in Westeuropa. Der Markt an Groß- und Kleingeräten zeichnet sich dabei vor allem durch eine hohe Sättigungsrate, ein stabiles Ersatzgeschäft und Produktinnovationen aus. So wurde im Rahmen einer Studie des Hamburgerischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI) im Jahr 2012 ein Bestand in Hamburger Haushalten von durchschnittlich 0,9 Notebooks, 1,48 Desktop PCs, 2,80 Mobiltelefonen, 1,35 Spielekonsolen und 2,00 Fernsehgeräten ermittelt.

Die im Zuge eines Neukaufs ersetzten und ausgemusterten Geräte enthalten sowohl Wertstoffe im Form von Basismetallen wie Kupfer, Eisen und Aluminium als auch strategische Metalle wie Gold oder Seltene Erden. Die Nutzung von Sekundärrohstoffen aus anthropogenen Lagerstätten, das sogenannte Urban Mining, bietet heute ein großes Potenzial, die industrielle Rohstoffversorgung zu sichern. Dabei stellen Siedlungsräume aufgrund der hohen Akkumulation von Konsum- und Produktionsgütern, in diesem Falle Elektrogeräten, Rohstoffminen dar, welche sorgfältig bewirtschaftet werden müssen. Vor diesem Hintergrund sind Produzenten nach ElektroG verpflichtet, die Rücknahme von Altgeräten aus privaten Haushalten und das anschließende angepasste Recycling sicher zu stellen. Diese Verpflichtung umfasst auch funktionierende Sammel- und Verwertungssysteme. In Bezug auf die E-Schrotterfassung ist es unumstritten, dass die Sammelsysteme vor allem auf die Bedürfnisse der Konsumentinnen abgestimmt sein müssen, um so eine maximale Recyclingquote sicherzustellen und damit einen maximalen Versorgungsbeitrag für die Wirtschaft zu gewährleisten. Beispielsweise werden Großgeräte, z.B. Waschmaschinen, Trockner, Herde oder Geschirrspüler, bereits heute in der Regel verbraucherfreundlich bei Anlieferung des Neugerätes im direkten Austausch vom liefernden Handel erfasst und der Verwertung zugeführt.



Copyright: © TK Verlag - Fachverlag für Kreislaufwirtschaft
Quelle: Recycling und Rohstoffe 8 (2015) (Juni 2015)
Seiten: 8
Preis: € 8,00
Autor: Prof. Dr.-Ing. Kerstin Kuchta
Dipl.-Ing. Julia Hobohm
Dipl. Ing. Olaf Dechow

Artikel weiterleiten In den Warenkorb legen Artikel kommentieren


Diese Fachartikel könnten Sie auch interessieren:

Wer hat den Schwarzen Peter? - Zuständigkeiten und Verantwortungen bei Sammlung, Transport und Verwertung von Elektroaltgeräten.
© Agrar- und Umweltwissenschaftliche Fakultät Universität Rostock (6/2016)
Mit der verspäteten Umsetzung der WEEE-Richtlinie 2012/19/EU ist am 24.10.2015 in Deutschland das „Gesetz zur Neuordnung des Rechts über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die umweltverträgliche Entsorgung von Elektro- und Elektronikgeräten“ („ElektroG II“) in Kraft getreten.

Neue (?) Anforderungen an die ordnungsgemäße und sichere Erfassung von Altbatterien im Rahmen BattG und ElektroG
© IWARU, FH Münster (2/2015)
Die gesetzliche Rücknahmepflicht für Gerätealtbatterien in Deutschland besteht seit inzwischen gut 15 Jahren. Mit dem zunehmenden Mengenaufkommen von sicherheitskritischen Lithiumbatterien und anderen Hochenergiebatterien wird der Umgang mit Gerätealtbatterien hier aber vor neue Herausforderungen gestellt. Neben sogenannten Gerätebatterien fallen bei der Entsorgung auch zunehmend sogenannte Industriebatterien aus privaten Haushalten an.

Wirtschaftliche Anreize/Aspekte für eine Wiederverwendung
© Universität Kassel (12/2009)
Der Richtlinienausschuss „VDI 2343 – Recycling elektr(on)ischer Geräte“ wurde 1996 gebildet um die betroffenen Kreise in ihrer Arbeit zu unterstützen. Dem Ausschuss gehören Fachleute aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung an, die ihre Richtlinienarbeit ehrenamtlich einbringen. Ziel ist es, praxistaugliche und rechtskonforme Handlungsempfehlungen zu erarbeiten. Dabei werden die Gesichtspunkte Demontage, Logistik, Aufbereitung, Verwertung, Vermarktung und ReUse von Experten in Unterausschüssen bearbeitet und in einem Gesamtausschuss koordiniert. Bevor auf den Schwerpunkt des Beitrages (der Wiederverwendung von elektr(on)ischen Geräte eingegangen wird, soll im Folgenden kurz die Struktur vorgestellt und die Schwerpunkte der einzelnen Blätter der VDI – Richtlinie dargestellt werden.

Abstimmung, Mitbenutzung, Vergabe im Wettbewerb - Schnittstellen zwischen öffentlicher Entsorgung und privatwirtschaftlicher Verpackungsrücknahme
© Lexxion Verlagsgesellschaft mbH (3/2009)
Seit einigen Jahren ist eine mögliche Änderung der bisherigen Erfassungsstrukturen für Abfälle aus privaten Haushaltungen Gegenstand nicht nur der deutschen umweltpolitischen Diskussion, sondern auch verschiedener Modellversuche. Diese betreffen die Aufgabe der getrennten Erfassung von Verpackungsabfällen zugunsten der Miterfassung in der Restmülltonne bei anschließender (Wieder-)Aussortierung („gelb in grau“) ebenso wie die mögliche gemeinsame Erfassung von Verkaufsverpackungen mit anderen Wertstoffen bzw. „stoffgleichen Nichtverpackungen“ („gelbe Tonne plus“). Der Rat der Sachverständigen für Umweltfragen (SRU) hat in seinem Umweltgutachten 2008 die Ergebnisse der verschiedenen Modellversuche beleuchtet.

Aktuelle Rechtsfragen des ElektroG
© Lexxion Verlagsgesellschaft mbH (3/2009)
Das Gesetz über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die umweltverträgliche Entsorgung von Elektro- und Elektronikgeräten (Elektro- und Elektronikgerätegesetz – ElektroG)1 ist eine spannungsgeladene Rechtsmaterie. Auch fast vier Jahre nach seinem Inkrafttreten sind grundlegende Vollzugsfragen nach wie vor streitig. Gerichtliche Entscheidungen werden in vielen Fällen entweder seitens der beliehenen Stiftung Elektro-Altgeräte Register (Stiftung EAR) oder seitens der betroffenen Unternehmen mit Rechtsmitteln angefochten. Grundsatzentscheidungen des Bundesverwaltungsgerichts sind in nächster Zeit zu erwarten.

Name:

Passwort:

 Angemeldet bleiben

Passwort vergessen?