Mangel macht erfinderisch

Die BMBF-Forschungsförderung liefert wichtige Impulse für eine nachhaltige Rohstoffversorgung

Deutschland zählt zu den fünf größten Importländern für metallische Rohstoffe. Die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie, die bei den sogenannten wirtschaftsstrategischen Rohstoffen fast vollständig auf den Import angewiesen ist, hängt von der Versorgung und effizienten Nutzung von Rohstoffen ab. Versorgungsengpässe können die Hightech-Industrie empfindlich treffen. Schon heute liegen die Materialkosten im verarbeitenden Gewerbe bei etwa 45 Prozent der Wertschöpfung. Kostensteigerungen betreffen vor allem die für Schlüsseltechnologien erforderlichen mineralischen und metallischen Rohstoffe, wie Eisen und Stahl, Kupfer, Aluminium, Stahlveredler, Platingruppenmetalle und Seltene Erden. Um den enormen Bedarf an diesen Ressourcen zu decken, müssen geologische Rohstoffe oftmals mit hohem Material- und Kostenaufwand aus großen Tiefen gefördert werden. Eine umweltverträgliche Gewinnung, eine sparsame Nutzung sowie die möglichst vollständige Wiederverwendung von Rohstoffen bis hin zur Substitution besonders knapper Rohstoffe durch weniger knappe Rohstoffe sind deshalb zentrale Themen einer nachhaltigen Rohstoffpolitik, deren prioritäres Ziel es sein muss, Anreize für einen effizienten und umweltverträglichen Umgang mit natürlichen Rohstoffen zu schaffen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert seit 2005 in seiner nunmehr dritten Auflage des Rahmenprogramms Forschung für Nachhaltige Entwicklung (FONA³) Forschungsvorhaben zu einer nachhaltigen Rohstoffversorgung. Schwerpunktthema in FONA³ ist in den kommenden fünf Jahren die intelligente und nachhaltige Nutzung von Ressourcen. Mit der Leitinitiative Green Economy wird die Wirtschaft bei der Transformation zu einer umwelt- und sozialverträglichen Wirtschaftsweise unterstützt. Im Hinblick auf eine intelligente und nachhaltige Ressourcennutzung werden Forschung und Entwicklung für innovative Rohstofftechnologien über Programme wie r², r³, KMU-innovativ, CO2-Nutzung oder CLIENT gezielt gefördert. Um diese Potenziale auch in der Praxis auszuschöpfen, werden weitere konkrete Schritte und Maßnahmen unterstützt (r+impuls), um den Transfer von Forschungsergebnissen aus dem Technikum oder einer Pilotanlage in die industrielle Praxis zu beschleunigen und die internationale Zusammenarbeit auszubauen.



Copyright: © Rhombos-Verlag
Quelle: Ausgabe 02 / 2016 (Mai 2016)
Seiten: 5
Autor: Privatdozent Dr. sc. Lothar Mennicken

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