Autovalidierung von Messdaten – wie kann sie uns Hydrologen unterstützen?

Die Anforderungen an hydrologische Messdaten ändern sich in einer vernetzten Welt rasant. Daten müssen nicht nur korrekt sondern auch quasi in Echtzeit verfügbar sein. Um diesen Bedarf mit möglichst hochwertigen Daten zu decken, können neben geeigneten Messtechniken auch automatisierte Routinen zur Validierung und Korrektur den Hydrologen unterstützen. Die Einführung solcher Verfahren setzt neben einer klaren Prozessbeschreibung eine umfassende Dokumentation der Ergebnisse zur Nachvollziehbarkeit bei der abschließenden Freigabe der Daten durch den Hydrologen voraus.


Wasser 4.0 ist in aller Munde. Unter dem Begriff werden derzeit umfangreiche Initiativen und Maßnahmen der Wasserwirtschaft zur Digitalisierung und Automatisierung von Prozessen sowie Abläufen zusammengefasst. Übergeordnetes Ziel ist dabei die Wasserwirtschaft ressourceneffizient, flexibel und wettbewerbsfähig für die Zukunft aufzustellen [1]. Während die Digitalisierung in vielen Bereichen erst in diesem Jahrzehnt Einzug hält, begann sie in der Hydrometrie und Hydrologie bereit in den 1970er-Jahren und stellt seit den 80ern eine wesentliche Grundlage im Arbeitsalltag dar.

Durch die fortschreitende Vernetzung und Digitalisierung der Lebens-und Arbeitswelt verändern sich die Anforderungen an die Hydrometrie und deren Daten derzeit weiterhin in vielfältiger Weise. Zentral ist dabei die Geschwindigkeit der Datenverfügbarkeit. War es früher üblich, dass die Messdaten nach umfassender Prüfung und evtl. erforderlicher Bearbeitung in Jahrbüchern oder -berichten veröffentlicht wurden, werden mit zunehmender Tendenz die Daten quasi in Echtzeit in hoher Qualität sowie möglichst geprüft und berichtigt erwartet (Bild1). Dies gilt sowohl für die interne Weiternutzung, z. B. in Vorhersagemodellen sowie Hochwasserinformations- und -warndiensten, als auch zur externen Informationsbefriedigung von staatl. Stellen, Wasserverbänden, Journalisten und Medien sowie der Öffentlichkeit.

Damit entsteht für die Messnetzbetreiber ein zunehmender Druck möglichst „perfekte" Daten möglichst schnell auf den Markt zu bringen. Um diesem gerecht zu werden, aber auch um die fachliche Weiterentwicklung voranzutreiben, hielt in den vergangenen Jahren eine Vielzahl von neuen Technologien Einzug in die Hydrometrie. Als wesentlich sind u. a. folgende zu nennen:



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasserwirtschaft - Heft 07 und 08 (August 2019)
Seiten: 4
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Roland Funke

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