Von der Kreislaufwirtschaft zur Kreislaufgesellschaft

"Der Vortrag argumentiert, dass der Übergang zu kreislauforientierten Produktions- und Konsummustern als Projekt von gesamtgesellschaftlicher Reichweite und nicht nur als technische und wirtschaftliche Herausforderung gedacht werden sollte. Der Beitrag will dazu Akteure und Handlungsfelder benennen sowie in Schlaglichtern Transformationswege in den Blick nehmen."

1. Warum sich etwas verändern muss

Die Nutzung von Ressourcen und Dingen folgt im gegenwärtigen Gesellschafts- und Wirtschaftsmodell weitgehend einem linearen Muster, dem des „take, make, waste“. Das heißt, Ressourcen wie natürliche Rohstoffe oder auch verarbeitete Produkte werden zu einem überwiegenden Teil deponiert oder thermisch verwertet und nicht etwa konsequent wieder- und weiterverwendet. Dabei hat sich der weltweite Materialverbrauch in den vergangenen 100 Jahren verachtfacht [1] und dürfte bis zum Jahr 2050 um weitere 17 % steigen[2]. Die Folgen sind u. a. Ressourcenknappheit, Klimawandel sowie Wasser-, Luft- und Bodenverschmutzung [3]. Aber auch Probleme wie soziale Ungleichheit, die Externalisierung von Umwelteffekten und Ausbeutung entlang globalisierter Produktionslinien sind direkte oder indirekte Folgen linearer (Wirtschafts-) Strukturen, Denk-und Handlungsmuster.

Der Übergang zu nachhaltigeren Wirtschafts- und Lebensweisen, in Form einer sozialökologischen Transformation ist notwendig[2][4][5], so der mittlerweile weitreichende Konsens in Wissenschaft und Politik. Damit stellen sich Fragen nach Wegen und Formen eines solchen Übergangs und nach den Potenzialen von Circular Economy-Ansätzen für eine solche Transformation. Die Hans Sauer Stiftung stellt in ihrem Themenschwerpunkt „CircularSociety“ die Frage, wie sich vorherrschende Strukturen und Praktiken der Linearität substanziell verändern lassen. Dabei werden nicht nur notwendige Veränderungen z. B. im Bereich der Produktwelt und deren Herstellungs-und Entsorgungsmuster betrachtet. Ein besonderes Augenmerk liegt auf einer partizipativ angelegten Etablierung kreislauforientierter und -fähiger gesellschaftlicher Praktiken und neuen Formen gesellschaftlichen Denkens und Handelns; jenseits der sektoralen und funktionalen Trennlinien und der soziokulturellen Muster, die sich im „linearen Zeitalter“ herausgebildet haben.



Copyright: © ASK-EU
Quelle: ForumZ Fachtagung: Next Generation: Kreislaufgesellschaft (Juli 2022)
Seiten: 32
Preis inkl. MwSt.: € 16,00
Autor: Dr. Ralph Boch

Artikel weiterleiten In den Warenkorb legen Artikel kommentieren


Diese Fachartikel könnten Sie auch interessieren:

Overview of the Waste Management Situation and Planning in Greece
© TK Verlag - Fachverlag für Kreislaufwirtschaft (9/2016)
Waste management has been recognized as one of the most pressing problems in Greece suffering of a low level of organization and relying predominantly on semi-controlled landfills until the end of the previous century [9]. Nevertheless improvements have been made during the last twenty years making the solid waste management in Greece a well-structured, organized and environmentally responsible activity with specific goals, mostly in the urban areas. However, there is a big need of changing the waste Management model. The development of efficient use of resources is the mean of realizing this vision. The transformation of the economy towards a resource-efficient direction will lead to increased competitiveness and new sources of growth and jobs through cost reduction through improved efficiency, commercialization of innovations and better management of resources throughout the duration of cycle life.

Future Development of Waste Management in China According to the 13th Five-Year Plan
© TK Verlag - Fachverlag für Kreislaufwirtschaft (9/2016)
Municipal solid waste (MSW) known as trash or garbage consists of food waste, paper, cardboard, plastics, PET, glass, textiles, metals, wood and leather, nappies, slug, ash, etc. are arising from human and animal activities. The rapid development and urbanization of China have resulted in an increasing volume of MSW. So the problem of MSW management has become a major social problem, but one the other hand, because of their intrinsic properties, MSW are often reusable and may be considered a resource for energy recovery. The delivering quantity of household waste averages 179 million tons in China, and the amount of untreated MSW over the years has reached 7 billion tons.

bifa-Text Nr. 67: Umweltrisiken der Nanotechnologie: Sicherung der Kreislaufwirtschaft mit biologischen Testverfahren
© bifa Umweltinstitut GmbH (3/2016)
Es wurde vom bifa Umweltinstitut die Wirkung ausgewählter Nanomaterialien auf aerobe und anaerobe Abbauvorgänge in verschiedenen biologischen Testverfahren untersucht.

Der Entsorgungsverband Saar (EVS)
© ASK-EU (7/2022)
Ganzheitliche Herangehensweise an die Daseinsvorsorge

München gegen Ressourcenverschwendung – Zero Waste Munich
© ASK-EU (7/2022)
- Zero Waste Kozept: Entstehung und Rückblick - Zero Waste Ziele - Zero Waste Maßnahmen - Halle 2 PopUp-Store am Viktualienmarkt - Zukünftige Zero Waste Fachstelle (ZWFS) - Arbeitstand

Name:

Passwort:

 Angemeldet bleiben

Passwort vergessen?

Abfallausstellung
Nur wer die Geschichte kennt,
siegt im ewigen Kampf
gegen den Müll