Klärschlammverwertung in Kohlekraftwerken

Kommunale Abwässer stammen aus Haushalten und aus Gewerbe- sowie Industriebetrieben. Liegt keine Trennkanalisation vor, so kommt das Regensammelwasser von Dächern und Verkehrsflächen noch hinzu. Ziel der Reinigung der kommunalen Abwässer in den Kläranlagen ist es, alle im Wasser enthaltenen Inhaltsstoffe, also nicht nur die Nährstoffe und mineralischen Anteile, sondern auch die anorganischen und organischen Schadstoffe so weit wie möglich als Klärschlamm abzutrennen.

  Anorganische Schadstoffe sind die Schwermetalle, wie Kupfer, Blei, Quecksilber usw. und deren chemische Verbindungen [1], [2]. Bei den organischen Schadstoffen handelt es sich um Kohlenwasserstoffverbindungen unterschiedlichster Zusammensetzung, deren direkte oder indirekte – d.h. über die Nahrungsmittelkette wirkende – negative Einflüsse auf den Menschen nachgewiesen sind. Zu diesen Schadstoffen gehören u.a. polychlorierte Dibenzodioxine (PCDD) und -furane (PCDF), polychlorierte Biphenyle (PCB), Tenside, Pestizide und auch Antibiotika sowie Östrogene [3] - [6].
Die Belastung der Klärschlämme durch Schwermetalle hat sich in den letzten Jahren in erster Linie aufgrund der Indirekteinleiterverordnung deutlich reduziert. Hiervon ausgenommen sind jedoch die Werte für Kupfer und Zink, die ihren Ursprung in den Materialien der Wasserzu- und -ableitungen haben. Auch einige organische Schadstoffkonzentrationen, z.B. von Dioxinen und Furanen sowie von PCB, konnten verringert werden. Die Herkunft der derzeit noch vorhandenen anorganischen und organischen Restbelastung ist meist so diffus, dass eine weitere Entfrachtung des Abwassers nur auf lange Sicht möglich erscheint.
Bei der Verwertung des Klärschlammes in der Landwirtschaft oder bei Rekultivierungsmaßnahmen werden nicht nur die im Klärschlamm enthaltenen Düngeanteile, sondern auch die anorganischen und organischen Schadstoffe vollständig, d.h. zu 100 %, wieder auf den Boden ausgebracht. Die Schadstoffe gelangen einerseits ins Grundwasser und in die Atmosphäre, andererseits über den Pflanzenanbau zurück in den Nahrungsmittelkreislauf. Die mangelnde Akzeptanz der Klärschlammdüngung bei den Verbrauchern, damit letztendlich bei den Landwirten, und auch die Begrenzung der Stickstoff- und Phosphatausbringung aufgrund der Düngeverordnung haben die Verwertung des Klärschlamms als Dünger in der letzten Zeit stark eingeschränkt. Eine ökologisch und ökonomisch sinnvolle Alternative stellt die Mitverbrennung von Klärschlamm in Kohlekraftwerken dar [7] - [12].



Copyright: © TK Verlag - Fachverlag für Kreislaufwirtschaft
Quelle: Verantwortungsbewusste Klärschlammverwertung (2001) (Juni 2001)
Seiten: 16
Preis inkl. MwSt.: € 0,00
Autor: Dr.-Ing. Klaus Steier

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