Nachrichten:
Pilotanlage in Niedersachsen erhält rund 4 Mio. Euro aus dem Umweltinnovationsprogramm
Die IVH Industriepark und Verwertungszentrum Harz GmbH
plant in Goslar / Bad Harzburg (Niedersachsen) die erstmalige
Errichtung einer innovativen Anlage im großtechnischen Maßstab zur
Behandlung von schadstoffhaltigem Straßenaufbruch, bei der besonders
schädliche Stoffe vollständig entfernt werden. Ein hochwertiges und
schadstofffreies Material für die Wiederverwendung in der Bauindustrie
wird erzeugt. Das Pilotprojekt wird mit rund 4 Mio. Euro aus dem
Umweltinnovationsprogramm des Bundesumweltministeriums gefördert.
Die IVH Industriepark und Verwertungszentrum Harz GmbH
mit Sitz in Hildesheim (Niedersachsen) plant durch die Umsetzung des
Projektes RiA – Rohstoffrückgewinnung durch innovative
Asphaltaufbereitung nach dem NaRePAK-Verfahren an seinem Standort Goslar
/ Bad Harzburg die Errichtung einer in Deutschland erstmaligen
großtechnischen Anlage zur thermischen Behandlung von teerhaltigem
Straßenaufbruch.
NaRePAK steht für Nachhaltiges Recycling von
polyzyklischen aromatische Kohlenwasserstoffen und ist ein patentiertes
thermisches Recyclingverfahren mittels Drehrohrtechnik.
In Deutschland wird bislang teerhaltiger Straßenaufbruch auf Deponien
gelagert oder zur Aufbereitung ins Ausland transportiert. Mit der
Pilotanlage können erstmals bis zu 135.000 Tonnen teerhaltiger
Straßenaufbruch pro Jahr so aufbereitet werden, dass die darin
enthaltenen teerstämmigen, besonders schädlichen Schadstoffe bei
Temperaturen zwischen 550 und 630 Grad Celsius in Verbindung mit der
thermischen Abgasreinigung bei 850°C vollständig entfernt und zerstört
werden.
Durch das schonende Verfahren kann das verbleibende Gesteinsmaterial
nahezu vollständig hochwertig verwertet und für die Wiederverwendung in
der Bauindustrie eingesetzt werden (z.B. Asphalt- und Betonindustrie).
Kennzeichnend für das RiA Verfahren ist der kontinuierliche Betrieb, die
Verwendung von Komponenten, die dem Stand der Technik entsprechen, eine
wahrscheinlich gute Skalierbarkeit und der Qualitätserhalt des
Gesteins. Die im Prozess entstehende Abwärme wird u. a. zur Erzeugung
von ca. 300 kW/h an elektrischer Energie genutzt.
Mit dem Umweltinnovationsprogramm wird die erstmalige, großtechnische
Anwendung einer innovativen Technologie zur Aufbereitung von
schadstoffhaltigem Straßenaufbruch gefördert. Damit ein Vorhaben aus dem
Umweltinnovationsprogramm gefördert werden kann, muss es über den Stand
der Technik hinausgehen und sollte Demonstrationscharakter haben.
| Copyright: | © Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) (19.09.2024) | |