Nationale Nachhaltigkeitsstrategie: Mehr erneuerbare Energien und weniger Treibhausgase

Handlungsbedarf vor allem in anderen Bereichen -- Statistisches Bundesamt legt Indikatorenbericht 2010 zur deutschen Nachhaltigkeitsstrategie vor

Der heute vom Statistischen Bundesamt ver√∂ffentlichte Indikatorenbericht 2010 zeigt unterschiedliche Entwicklungen der Umweltindikatoren. Bundesumweltminister Norbert R√∂ttgen zeigte sich erfreut, dass die Entwicklungen vor allem in zwei wichtigen umweltpolitischen Handlungsfeldern in die richtige Richtung weisen: ‚ÄěDas kontinuierliche Sinken der Treibhausgasemissionen zeigt, dass Deutschland einer der Vorreiter im Klimaschutz ist. Wir werden auch zuk√ľnftig daran arbeiten, diese Rolle beizubehalten. Dazu geh√∂rt auch, Klimaschutz im eigenen Land mit konkreten Ma√ünahmen voran zu bringen. Dass die erneuerbaren Energien hier eine treibende Kraft sind, zeigt deren best√§ndig steigender Anteil am Energieverbrauch. Je mehr erneuerbare Energien wir einsetzen, desto st√§rker sinkt der Aussto√ü Klima sch√§digender Gase." Mit der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie 2002 wurden f√ľr 21 Themenfelder nachhaltiger Entwicklung Ziele festgelegt, von denen zw√∂lf einen direkten Umweltbezug haben. Der Grad der Zielerreichung wird alle zwei Jahre vom Statistischen Bundesamt √ľberpr√ľft. Seit 2008 werden den einzelnen Trends Wettersymbole zugeordnet, die der besseren und schnelleren Verst√§ndlichkeit dienen: ‚ÄěSonnig", ‚ÄěBew√∂lkt", ‚ÄěBedeckt", ‚ÄěGewitter".

Eindeutig ‚ÄěSonnig" bewertet das Statistische Bundesamt etwa den Aussto√ü von Treibhausgasen, der kontinuierlich sinkt. Das mit der Nachhaltigkeitsstrategie 2002 gesetzte Ziel einer Minderung um 21 Prozent bis 2010 gegen√ľber 1990 ist mit einer Senkung von 22,4 Prozent im Jahr 2008 bereits erreicht. Die Bundesregierung hat sich im Koalitionsvertrag darauf verst√§ndigt, den deutschen Aussto√ü an Klimagasen bis 2020 um 40 Prozent gegen√ľber 1990 zu reduzieren.

Auch beim Anteil der erneuerbaren Energien am Energieverbrauch wurden die 2002 gesetzten Ziele bereits deutlich vor der gesetzten Frist 2010 erreicht. Der Bericht des Statistischen Bundesamtes weist aus, dass Deutschland auch bei den neu gesetzten Zielen f√ľr 2020 auf einem guten Weg ist: der Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch betrug 2009 16,1 Prozent, Ziel sind 30 Prozent. Am so genannten Prim√§renergieverbrauch, der den Einsatz der Energietr√§ger zur Erzeugung von Strom, W√§rme und Treibstoffen ausweist, hatten die Erneuerbaren 2009 einen Anteil von 8,9 Prozent, der Zielwert f√ľr 2020 liegt bei 10 Prozent. Auch f√ľr diese beiden Bereiche vergab das Statistische Bundesamt eine Sonne als Symbol f√ľr eine positive Entwicklung.

W√§hrend auch die Entkoppelung des Energieverbrauchs vom Wirtschaftswachstum auf einem guten Weg ist und mit ‚ÄěBew√∂lkt" bewertet wurde, ist der Einsatz von Rohstoffen nicht so stark zur√ľck gegangen, wie es zur Erreichung des Ziels notwendig w√§re: einer Verdoppelung der Produktivit√§t zwischen 1994 und 2020 steht bis 2008 nur eine Steigerung von 39,6 Prozent gegen√ľber. Trotz positivem Trend kommt das Statistische Bundesamt hier zu einer Bewertung mit ‚ÄěBedeckt".

Weitere Anstrengungen sind auch bei der Nutzung der begrenzten Ressource Fl√§che notwendig. Die Entwicklung insgesamt ist positiv, der Fl√§chenverbrauch sank von 120 Hektar pro Tag im Jahresdurchschnitt 1993-1996 auf 104 Hektar pro Tag im Jahr 2008. Dennoch ist das Ziel der Nachhaltigkeitsstrategie, den t√§glichen Neuverbrauch bis 2020 auf 30 Hektar pro Tag im Jahr zu reduzieren, noch weit entfernt. Daher bewertet das Statistische Bundesamt auch diese Entwicklung mit ‚ÄěBedeckt".

Der vollständige Indikatorenbericht 2010 ist unter www.destatis.de abrufbar.



Copyright: © Bundesministerium f√ľr Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (28.07.2010)
 
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