vbw Studie: Rohstoffversorgung nicht durchgängig gesichert

Die Rohstoffversorgung deutscher und bayerischer Unternehmen ist nicht durchgängig gesichert. Vor allem bei Metallen und Mine­ralien für innovative Technologien – beispielsweise die Elektromobilität – ist sie risikobehaftet.

Das ist ein zentrales Ergebnis der neuen Rohstoff-Studie, die im Auftrag der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) erstellt wurde. vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt betont: „Für die Industrie ist eine langfristig gesicherte Rohstoffversorgung Voraussetzung, um produzieren und damit Wachstum und Arbeitsplätze schaffen zu können. Zur erfolgreichen Weiterentwicklung des Produktionsstandorts Deutschland und des Freistaats mit seinem hohen Industrieanteil ist es daher unerlässlich, die Rohstoffversorgung nachhaltig zu sichern. Hier sind Wirtschaft und Politik gleichermaßen gefordert.“

FĂĽr die vbw Studie wurden 45 Rohstoffe nach verschiedenen Risikokriterien analysiert. Die Versorgung von Unternehmen mit 33 von diesen Rohstoffen wurde mit den Ampelfarben gelb oder rot bewertet. Brossardt: „Das Ergebnis gibt Anlass zur Sorge, denn: Deutschland ist bei fast allen wichtigen metal­lischen Primärrohstoffen auf das Ausland angewiesen. Eine hohe Konzentra­tion der Vorkommen auf wenige Länder, politische Instabilität in Förder­staaten, strategische Handelsbeschränkungen und die fehlende Substituier­barkeit von Metallen und Mineralien erhöhen die Risiken der Rohstoffversor­gung.“ Während das fĂĽr die chemische Industrie wichtige Chrom und das fĂĽr die Elektroindustrie und Medizintechnik bedeutende Tantal im Risiko höher eingestuft wurden als in der Vorgängerstudie 2015, rangieren die Seltenen Erden unverändert in der höchsten Risikoklasse: „FĂĽr die Herstellung vieler Hightech-Produkte sind Scandium, Yttrium und Neodym unverzichtbar. Dabei ist ihr Vorkommen regional stark konzentriert und sie sind ohne Leistungsein­buĂźen nicht ersetzbar.“

Die vbw Studie belegt, dass die Anzahl der benötigten Rohstoffe zur Herstell­ung eines einzelnen Produktes seit einigen Jahren rasant ansteigt. „Das ist fĂĽr die Unternehmen eine Herausforderung. Zur Verbesserung ihrer Rohstoffver­sorgung sollten sie sich zu Einkaufsgemeinschaften zusammenschlieĂźen, ihren Materialeinsatz noch effizienter gestalten oder Ersatzstoffe selbst erfor­schen. Wegen der politischen Dimensionen des Themas mĂĽssen Bundes­regierung und Bayerische Staatsregierung die Firmen dabei unterstĂĽtzen, indem sie sich fĂĽr einen freien Welthandel, den Erhalt internationaler Roh­stoffmärkte und die ErschlieĂźung neuer Rohstoffmärkte sowie fĂĽr Länder­partnerschaften mit Förderländern einsetzen“, so Brossardt.

Die vbw Studie „Rohstoffsituation der bayerischen Wirtschaft“ wurde erstmals 2009 veröffentlicht. Die aktuelle Auflage steht zum Download zur Verfügung unter:

Weitere Beiträge zum Thema
http://www.vbw-bayern.de/studie-rohstoffe

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