Koblenzer Biennale der Gewässerkundler

Ein ungew√∂hnliches Schauspiel bot sich gestern dem Betrachter im herbstlich vertr√§umten Lahntal bei Kalkofen. Mehr als 50 Messfl√∂√üe, best√ľckt mit modernster Wasserschall-Technik und Satellitenortung kreuzten die Lahn. Hydrologen aus ganz Europa hatten sie mitgebracht, um ihre Ger√§te bei der Koblenzer Bundesanstalt f√ľr Gew√§sserkunde (BfG) √ľberpr√ľfen zu lassen. Dazu wurde von den Mini-Fl√∂√üen gleichzeitig die Wassermenge der Lahn gemessen.

"Wir ermitteln die Wassermengen der Fl√ľsse. Diese Daten gehen bei der BfG z.B. in Klimamodelle und Hochwasservorhersagen ein. Da ist es wichtig, dass wir international einheitliche Standards und vergleichbare Messdaten haben", erl√§utert Matthias Adler von der BfG.
Der Markt f√ľr Messger√§te ist international, das Angebot fast un√ľberschaubar. F√ľr Ger√§te zur Wassermengenmessung in nat√ľrlichen Gew√§ssern gibt es keine Zulassungs- oder Zertifizierungsstellen. Der sogenannte Ringversuch der BfG, bei dem mehrere Ger√§te parallel messen, soll sicher stellen, dass auch unterschiedliche Systeme vergleichbare Ergebnisse liefern und fehlerfrei arbeiten.
"Wir benutzen die Stauhaltung Kalkofen als nat√ľrlichen Eichkanal", erkl√§rt BfG-Experte Matthias Adler. "Zurzeit sind die Bedingungen auf der Lahn ideal, denn seit dem ersten November sind die Schleusen, wie in jedem Winter, gesperrt. Deshalb werden die Messungen nicht durch den sonst regen Schiffs- und Paddelbootbetrieb beeintr√§chtigt."
Die BfG f√ľhrt seit 1999 alle zwei Jahre eine solche Veranstaltung durch. Der jetzigen sechsten "Biennale" der Hydrologen war auch eine Ger√§teschau angeschlossen, bei der Firmen aus Europa und den USA Innovationen der Wassermesstechnik pr√§sentierten.
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weitere fachliche Informationen:
Matthias Adler, Referat M1 "Hydrometrie und gewässerkundliche Begutachtung", Tel.: 0261/1306-5247, E-Mail: adler@bafg.de



Copyright: © Informationsdienst Wissenschaft e.V. -idw- (12.11.2009)
 
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