Leckage im Abwasserbehandlungssystem

Der Betreiber des stillgelegten Kernkraftwerks Neckarwestheim (Block II) hat im Rahmen einer Routinekontrolle am 26.09. im System zur Behandlung radioaktiver Abw√§sser zwei Sch√§den an einer Rohrleitung der S√§uredosierleitung festgestellt. Eine Gefahr f√ľr Menschen und Umwelt bestand nicht.

Unter einer der beschädigen Stellen befand sich eine kleine Lache, während die andere Stelle trocken war. Eine vorgenommene Messung der Kontamination ergab nur geringe Werte.
Der Genehmigungsinhaber stufte das Ergebnis als sogenannte Meldekategorie N (Normalmeldung) ein; INES 0 (keine oder sehr geringe sicherheitstechnische Bedeutung). Es bestand zu keiner Zeit eine Gefahr f√ľr Menschen und Umwelt.
Bis zum Abschluss der Reparaturen hat der Betreiber das System außer Betrieb genommen.
Mit dem System zur Behandlung und Lagerung radioaktiver Abwässer im Restbetrieb des Kernkraftwerks Neckarwestheim werden alle im Kontrollbereich anfallenden Abwässer gesammelt und aufbereitet. Bei der Behandlung können verschiedene Chemikalien zum Einsatz kommen wie zum Beispiel Säure zur Einstellung des pH-Wertes.
Bei dem jetzt gemeldeten Ereignis beschr√§nkte sich der Austritt von s√§urehaltiger radioaktiver Fl√ľssigkeit auf einen kleinen Bereich in der Anlage. Die verursachte Kontamination war gering. Jedoch sind Leckagen aus als aktivit√§tsf√ľhrend eingestuften Systemen grunds√§tzlich meldepflichtig. Die sicherheitstechnische Bedeutung des Ereignisses ist sehr gering. Es ergaben sich keine Auswirkungen auf Personen und die Umwelt.Erg√§nzende Informationen f√ľr die Redaktionen

Die f√ľr die kerntechnische Sicherheit bedeutsamen Ereignisse sind den atomrechtlichen Aufsichtsbeh√∂rden der L√§nder nach den bundeseinheitlichen Kriterien der Atomrechtlichen Sicherheitsbeauftragten- und Meldeverordnung ‚Äď AtSMV zu melden. Ziel des Meldeverfahrens ist, den Sicherheitsstand der Kernkraftwerke zu √ľberwachen, dem Auftreten √§hnlicher Fehler in anderen Kernkraftwerken vorzubeugen und die gewonnenen Erkenntnisse in sicherheitstechnische Verbesserungen einflie√üen zu lassen.
Die meldepflichtigen Ereignisse sind unterschiedlichen Kategorien zugeordnet (Erl√§uterungen zu den Meldekriterien f√ľr meldepflichtige Ereignisse):


Kategorie S (Unverz√ľgliche Meldung)
Ereignisse, die der Aufsichtsbeh√∂rde unverz√ľglich gemeldet werden m√ľssen, damit sie gegebenenfalls in k√ľrzester Frist Pr√ľfungen einleiten oder Ma√ünahmen veranlassen kann. Hierunter fallen auch die Vorkommnisse, die akute sicherheitstechnische M√§ngel aufzeigen.

Kategorie E (Meldung innerhalb von 24 Stunden)
Ereignisse, die der Aufsichtsbeh√∂rde binnen 24 Stunden gemeldet werden m√ľssen, damit sie gegebenenfalls in kurzer Frist Pr√ľfungen einleiten oder Ma√ünahmen veranlassen kann. Hierunter fallen auch die Ereignisse, deren Ursache aus Sicherheitsgr√ľnden in kurzer Frist gekl√§rt und gegebenenfalls in angemessener Zeit behoben werden muss. In der Regel handelt es sich dabei um sicherheitstechnisch potentiell - aber nicht unmittelbar - signifikante Ereignisse.

Kategorie N (Meldung bis zum f√ľnften Werktag)
Ereignisse, die der Aufsichtsbeh√∂rde innerhalb von 5 Werktagen gemeldet werden m√ľssen, um eventuelle sicherheitstechnische Schwachstellen fr√ľhzeitig erkennen zu k√∂nnen. Dies sind in der Regel Ereignisse von geringer sicherheitstechnischer Bedeutung, die √ľber routinem√§√üige betriebstechnische Einzelereignisse bei vorschriftsm√§√üigem Anlagenzustand und -betrieb hinausgehen. Unverf√ľgbarkeiten von Komponenten/Systemen, die durch im Betriebshandbuch spezifizierte Prozeduren tempor√§r beabsichtigt herbeigef√ľhrt werden, sind nicht meldepflichtig, wenn dies auch in der Sicherheitsspezifikation des Betriebshandbuches entsprechend ber√ľcksichtigt ist.

Internationale Bewertungsskala INES: Aufgrund einer Vereinbarung zwischen den Betreibern der Kernkraftwerke und dem Bundesminister f√ľr Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit werden meldepflichtige Ereignisse in Kernkraftwerken auch nach der Bewertungsskala INES (International Nuclear and Radiological Event Scale) der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) und der Nuklearenergie-Agentur (NEA) der OECD bewertet. Sie hat eine rasche und f√ľr die √Ėffentlichkeit verst√§ndliche Bewertung eines Ereignisses zum Ziel.
Die Skala umfasst sieben Stufen:
1 - Störung
2 - Störfall
3 - ernster Störfall
4 - Unfall mit örtlich begrenzten Auswirkungen
5 - Unfall mit weitergehenden Auswirkungen
6 - schwerer Unfall
7 - katastrophaler Unfall
Meldepflichtige Ereignisse, die nach dem INES-Handbuch nicht in die Skala (1 ‚Äď 7) einzuordnen sind, werden unabh√§ngig von der sicherheitstechnischen Bedeutung nach nationaler Beurteilung der ‚ÄěStufe 0‚ÄĚ zugeordnet.

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Copyright: © Ministerium f√ľr Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-W√ľrttemberg (06.10.2023)
 
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