Weitere Feinschliffarbeiten an Novelle AltholzV notwendig

Die Altholzrecycler im bvse zeigen sich mit dem vorliegenden Diskussionsentwurf zur Altholzverordnung weitgehend zufrieden. Notwendiges Feinschliffpotenzial besteht ihrer Meinung nach jedoch noch im Bereich von Formulierungen zu Begriffsbestimmungen, Verfahrensanforderungen und Probennahmeregelungen.

„Der Entwurf setzt weiterhin auf die notwendige Getrennthaltung beim Abfallerzeuger und Ă€ndert auch nichts an der sinnvollen Einteilung in die Altholzkategorien“, erklĂ€rt bvse-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Eric Rehbock zum vorliegenden Diskussionsentwurf fĂŒr die Novelle der Altholzverordnung.

„Des Weiteren erkennen wir im Regelungsrahmen bereits gute Weiterentwicklungen in Bezug auf notwendige Anpassungen fĂŒr eine qualitĂ€tsgesicherte Aufbereitung und Verwertung. Auch begrĂŒĂŸen wir, dass abgestimmte Vorgaben aus dem Evaluierungsprozess zur Altholzverordnung bezĂŒglich Probennahme, Probenaufbereitung und Probenanalyse, wie auch die neue Bewertung der Altholzhackschnitzel zur stofflichen Verwertung mit den verteilungsunabhĂ€ngigen Lageparametern Median und der oberen Grenze des 80. Perzentils in den vorliegenden Entwurf eingeflossen sind“, so Rehbock weiter.

Letztendlich benötigten die in diesem Bereich tĂ€tigen Unternehmen die notwendige Rechtssicherheit, um Investitionen auch absichern zu können. „Wir brauchen einen ordnungspolitischen Rahmen, der technische Freiheiten gewĂ€hrt, aber QualitĂ€t absichert und darĂŒber ein einheitliches „Level-Playing-Field“ garantiert“, machte der Verbandschef in einer Stellungnahme an das BMU deutlich. Der Entwurf sei ein richtiger Schritt in diese Richtung.

PrĂ€zisierung wĂŒnscht sich die Branche zum Verfahren der Beprobung fĂŒr die stoffliche Verwertung von Altholz. Die Umstellung auf ein Bewertungsintervall von 10 aufeinanderfolgenden Analysen in einem rollierenden Verfahren wird begrĂŒĂŸt, allerdings besteht noch Unklarheit ĂŒber die im Entwurf beschriebene Vorgehensweise. Dem bvse stellt sich die Frage, was passiert, wenn eine Analyse dazu fĂŒhrt, dass in der Summe der letzten 10 Untersuchungen ein Grenzwert ĂŒberschritten wird. Insbesondere zur Konkretisierung der prozessbegleitenden Analytik sieht der bvse daher noch GesprĂ€chsbedarf.

Letztendlich mĂŒsse es darum gehen, dass die Analytik die geforderten QualitĂ€ten fĂŒr die Spanplatte sicher gewĂ€hrleistet, aber die stoffliche Verwertung durch den Entwurf nicht eingeschrĂ€nkt wird.

In der Stellungnahme plĂ€dieren die Altholzrecycler im bvse dafĂŒr, dass praxisferne Anforderungen an die Aufbereitung noch einmal ĂŒberarbeitet werden. So sollen sichere und bewĂ€hrte AblĂ€ufe, wie beispielsweise die Lagerung von Altholz vor der Sortierung bis zu 48 Stunden nach der Annahme, beibehalten werden. Die Definition im aktuellen Entwurf sieht eine „unverzĂŒgliche“ Sortierung nach Annahme vor. Eine NichterfĂŒllung soll nach dem Entwurf als Ordnungswidrigkeit eingestuft werden. Dies ist fĂŒr den bvse nicht akzeptabel.

Des Weiteren sei die Pflicht zur ZufĂŒhrung des Altholzes zu einer Aufbereitungsanlage zwar zu begrĂŒĂŸen. Allerdings dĂŒrfe diese Pflicht nicht dazu fĂŒhren, dass Unternehmen, die Althölzer einsammeln, diese auf ihren BetriebsgelĂ€nden nicht zwischenlagern und fĂŒr einen effizienten Weitertransport zu grĂ¶ĂŸeren Chargen zusammenfassen dĂŒrfen. Eine Vermischung der Altholzkategorien dĂŒrfe dabei selbstverstĂ€ndlich nicht erfolgen.

Als einen notwendigen Schritt die Kreislaufwirtschaft zu fördern, sieht der bvse den Vorrang der stofflichen Verwertung von naturbelassenem A I Holz. Mit dem Gleichrang der stofflichen und energetischen Verwertung fĂŒr die Altholzkategorien A II bis A IV trage der Entwurf der Tatsache Rechnung, dass nicht nur die Beschaffenheit der Althölzer stoffliche Verwertungsmöglichkeiten einschrĂ€nke, sondern auch vorhandene KapazitĂ€ten. Auch fĂŒr den bvse stelle die energetische Verwertung von Altholz eine notwendige ErgĂ€nzung zu den stofflichen Möglichkeiten dar, so der bvse-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer abschließend.



Copyright: © bvse-Bundesverband SekundĂ€rrohstoffe und Entsorgung (02.06.2020)
 
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