Recycling von Leistungselektronik aus Elektrofahrzeugen: Potenziale vor allem bei Edelmetallen

Fahren k√ľnftig mehr Elektrofahrzeuge auf den Stra√üen, m√ľssen zeitversetzt mehr E-Mobile recycelt werden. Insbesondere die Leistungselektronik enth√§lt zum Teil wertvolle Metalle. Diese sollten, so eine aktuelle Untersuchung des √Ėko-Instituts mit Partnern, statt im konventionellen Autoshredder in spezialisierten Elektronikrecyclinganlagen r√ľckgewonnen werden.

So k√∂nnten strategisch wichtige Metalle, insbesondere Edelmetalle wie Gold, Silber und Palladium, mit hohen R√ľckgewinnungsgraden (√ľber 90 Prozent) zur√ľckgewonnen werden. Das zeigt der Vergleich des Expertenteams mit dem herk√∂mmlichen Recycling im Autoshredder, wo ein Gro√üteil der Edelmetalle (75 Prozent und mehr) verloren gehen.

Werden die Platinen mit den elektronischen Bauteilen der Leistungselektronik zus√§tzlich chemisch behandelt, k√∂nnen dar√ľber hinaus Tantal und ein h√∂herer Anteil des Zinns in den Platinen r√ľckgewonnen werden. Dies hat jedoch einen hohen Behandlungsaufwand zur Folge und ist in der Gesamtbilanz mit keinen nennenswerten √∂kologischen Vorteilen verbunden. Es f√ľhrt zudem zu Mehrkosten, die nicht durch den Erl√∂s der r√ľckgewonnenen Metalle gedeckt werden k√∂nnen.
Das √Ėko-Institut arbeitet f√ľr das Projekt ‚ÄěElektrofahrzeugrecycling 2020‚Äú mit den Partnern Electrocycling GmbH, TU Clausthal, Volkswagen AG und PPM Pure Metals GmbH zusammen. Es wird gef√∂rdert vom Bundesministerium f√ľr Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit.

‚ÄěGoldgrube‚Äú Leistungselektronik

Die Leistungselektronik, die in Elektrofahrzeugen als wichtiges Bauteil f√ľr das Energiemanagement eingesetzt wird, transformiert die aus der Batterie kommende Energie und stellt diese dem Motor in der ben√∂tigten Form zur Verf√ľgung. Sie hat auf Grund ihres Metallgehalts einen hohen Wert. Sie enth√§lt zu rund 60 Prozent Aluminium im Geh√§use sowie zu 12 Prozent Kupfer in Kabeln und auf den Platinen und in geringeren Mengen Edelmetalle wie Gold, Silber, Palladium, die in verschiedenen Bauteilen auf den Platinen vorkommen.

Hochgerechnet auf eine Tonne Leistungselektronik sch√§tzen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, dass durch das gezielte Elektrorecycling rund sieben Gramm Gold, 23 Gramm Silber, ein Gramm Palladium und 500 Gramm Zinn mehr r√ľckgewonnen werden k√∂nnen als beim Recycling √ľber den Autoshredder. Der Grund: Im gr√∂ber arbeitenden Auto-Shredder gehen diese Metalle als St√§ube verloren, wohingegen beim spezifischen Elektronikrecycling die Staubanteile deutlich reduziert werden k√∂nnen. Eine Tonne Leistungselektronik f√§llt an, wenn rund 100 Elektrofahrzeuge verwertet werden.

Relevante Rohstoffr√ľckgewinnung in der Zukunft

F√ľr die Zukunft nehmen die Expertinnen und Experten an, dass bei einem k√ľnftigen j√§hrlichen Absatz von einer Million Elektrofahrzeugen sch√§tzungsweise folgende Metallmengen wiedergewonnen werden k√∂nnen: sieben Tonnen Zinn, 85 Kilogramm Gold, 300 Kilogramm Silber, 17 Kilogramm Palladium und 70 Tonnen Kupfer.
‚ÄěZum Vergleich: Heute kommen im gesamten Elektrik- und Elektronikbereich in Deutschland 12 Tonnen Gold zum Einsatz‚Äú, sagt Dr. Winfried Bulach, Wissenschaftler am √Ėko-Institut mit Blick auf die Zukunft. ‚ÄěDie Zahlen machen deutlich, dass bei einem k√ľnftigen Durchbruch der Elektromobilit√§t ‚Äď also mit einer j√§hrlichen Neuzulassung von mehreren Millionen Fahrzeugen ‚Äď ein optimiertes Recycling zu relevanten Ressourceneinsparungen f√ľhren kann. Und auch wirtschaftlich ist das Elektrorecycling trotz h√∂herer Kosten von Vorteil.‚Äú

Beitrag ‚ÄěElektrofahrzeugrecycling 2020 ‚Äď Schl√ľsselkomponente Leistungselektronik‚Äú des √Ėko-Instituts zur Berliner Recycling- und Rohstoffkonferenz (6./7.3.2017)

Der vollständige Tagungsband zur Berliner Recycling- und Rohstoffkonferenz ist beim TK Verlag Karl Thomé-Kozmiensky erhältlich.

Die Langfassung der Studie wird in K√ľrze bereitgestellt.

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