Planungssicherheit für Kommunen, Unternehmen, Fernwärmenetzbetreiber und Abfallverbrennungsanlagen – Gewinn für den Klimaschutz
Die Abwärme aus der thermischen Abfallbehandlung kann nun vollständig verwertet werden – dies ist für die Interessengemeinschaft der thermischen Abfallbehandlungsanlagen in Deutschland (ITAD) ein Meilenstein im Rahmen der Klimastrategie.
Die Bundestagsabgeordneten, wie zuvor auch der Bundesrat, folgten am
Freitag (17.11.2023) den Empfehlungen des Bauausschusses und haben den
Kabinettsentwurf der Bundesregierung zum Wärmeplanungsgesetz (WPG) an
einem wesentlichen Punkt abgeändert.
Bereits heute werden rund 16 Prozent der Fernwärme aus Abfall
gewonnenen und ist nach Erdgas der dafür zweitgrößte Energieträger. Die
Bundesregierung wollte die Abwärmenutzung aus der thermischen
Abfallbehandlung massiv einschränken. Neben dem biogenen Anteil sollte
der fossile Anteil des Abfalls nur aus „überlassungspflichtigen
Abfällen“ als anerkannte Energiequelle für Fernwärmenetze und als
Prozessdampf für die Industrie anerkannt werden. Dies hätte zur Folge
gehabt, dass die meisten Thermische Abfallbehandlungsanlagen einen
großen Anteil an ihrer unvermeidbaren Abwärme hätten ungenutzt verpuffen
lassen. ITAD schätzt diesen Anteil bundesweit auf rund 25 Prozent der
bisher aus TAB genutzten Energie. „Wir begrüßen es, dass die
Sachargumente im parlamentarischen Verfahren berücksichtigt wurden und
im Sinne des Klimaschutzes und der Nachhaltigkeit zu einer technisch
sinnvollen Lösung geführt haben. So können die TAB in Deutschland weiter
ihren wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten, die nun
zielgerichteter vorangetrieben werden kann.“, so Dr. Wens,
Geschäftsführer der ITAD.
Das bereits kürzlich verabschiedete Gebäudeenergiegesetz erkennt die
thermische Abfallverwertung als einen notwendigen Prozess an, sodass die
dabei entstehende Abwärme als unvermeidbar, klimaneutral und
kostengünstig gilt. Damit greifen zwei für die Wärmewende wesentliche
Gesetze nun Hand in Hand. Es besteht somit die notwendige
Planungssicherheit, diese nachhaltige Energienutzung weiter auszubauen -
auch bei steigenden Anstrengungen bei der Abfallvermeidung und
-verwertung.
Die Gleichstellung der Abwärme aus Abfallverbrennung mit erneuerbaren
Energien gilt als umstritten. Daher wird ITAD die Forderung des
Bundestages im Rahmen der Verabschiedung des Gebäudeenergiegesetzes
aufnehmen und proaktiv einen Prozess initiieren, um Rahmenbedingungen
für „unvermeidbare Abfälle“ und somit für „unvermeidbare Abwärme“ in der
Wärmegesetzgebung sowie für „unvermeidbare Treibhausgas-Emissionen“ in
der Carbon Management Strategie zu definieren.
ITAD ist die Interessengemeinschaft der
Thermischen Abfallbehandlungsanlagen in Deutschland. Über 90 Thermische
Abfallbehandlungsanlagen (TAB) mit rund 95 % der bundesdeutschen
Behandlungskapazität sind Mitglied der ITAD. Sie verwerten mit über
7.000 Mitarbeitern jährlich über 25 Mio. Tonnen Abfälle, überwiegend aus
Haushalten und Gewerbe. Damit gewährleisten sie maßgeblich die
Entsorgungssicherheit für Bürger und Unternehmen. Durch die Substitution
von Strom und Wärme aus fossilen Energieträgern sowie die Verwertung
von Metallen aus den Verbrennungsrückständen beträgt der Beitrag der TAB
zum Klimaschutz mehr als 7 Mio. t CO2-Äquivalente.
Interessenvertretung:
ITAD ist
registrierte Interessenvertreterin und wird im Lobbyregister des Bundes
unter der Registernummer: R000996 geführt. ITAD betreibt
Interessenvertretung auf der Grundlage des „Verhaltenskodex für
Interessenvertreterinnen und Interessenvertreter im Rahmen des
Lobbyregistergesetzes.“
| Copyright: | © ITAD Interessengemeinschaft der Thermischen Abfallbehandlungsanlagen Deutschland e.V. (21.11.2023) |
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