Eintrag von Mikroplastik in der Umwelt reduzieren

Von M√ľllvorkommen in den Flusseinzugsgebieten bis in die Ozeane: Plastik in der Umwelt ist ein globales Problem. Trotz zahlreicher Aktivit√§ten und Ans√§tze ist das Wissen √ľber die gesamte Plastik-Verschmutzung noch begrenzt. Um Wissensl√ľcken zu schlie√üen, hat die TH K√∂ln im Rahmen des Verbundvorhabens MicBin das Sickerwasser der Deponie Leppe beprobt.

‚ÄěDie Untersuchung von Mikroplastik stellt eine gro√üe Herausforderung dar, weil bisher keine standardisierten Methoden zur Probenahme, Aufbereitung und Analyse existieren‚Äú, sagt Prof. Dr. Astrid Rehorek vom :metabolon Institute der TH K√∂ln. ‚ÄěZiel von MicBin war es daher zun√§chst, Methoden und Instrumente zu entwickeln und zu optimieren. Mit Hilfe dieser konnten wir Feldmessungen durchf√ľhren, um mehr √ľber Mikroplastik in Gew√§ssern herauszufinden und Ma√ünahmen abzuleiten, mit denen sich die Belastung mindern l√§sst.‚Äú

Die Verbundpartner haben erstmalig den Eintrag von Mikroplastikpartikeln f√ľr ein gr√∂√üeres Einzugsgebiet eines Binnengew√§ssers bilanziert. Als exemplarisches Untersuchungsobjekt diente das deutsche Donaueinzugsbiet. Neben Messkampagnen, gezielten Probenahmen und erg√§nzenden Laborexperimenten wurden m√∂gliche Quellen und Senken wie zum Beispiel Kl√§ranlagen, landwirtschaftliche Nutzfl√§chen und Wasserkraftwerke untersucht.

Deponie Leppe erforscht

Die TH K√∂ln hat sich im Projekt MicBin an den Probenahmekampagnen im Gew√§sser beteiligt und die Beprobung der Deponie Leppe durchgef√ľhrt. Das Team um Prof. Dr. Rehorek untersuchte am Standort :metabolon in Lindlar unbehandeltes Sickerwasser an verschiedenen Stellen der Deponie. ‚ÄěWir konnten mit unseren Projektpartnern herausfinden, dass Deponien Ablagerungen enthalten, die Quellen f√ľr Mikroplastik sein k√∂nnen‚Äú, so Rehorek.

Untersuchungen verschiedener Stufen der Aufbereitungsanlage, die das Sickerwasser vor der Einleitung in die kommunale Kl√§ranlage passiert, geben Aufschluss √ľber den Weg und Verbleib des Mikroplastiks aus der Deponie. ‚ÄěDadurch haben wir ermitteln k√∂nnen, dass die Eintr√§ge mit Hilfe der Sickerwasserreinigungsanlage reduziert werden k√∂nnen. Das hei√üt aber nicht, dass Mikroplastik zwangsl√§ufig in die Umwelt gelangt, da das Deponiesickerwasser in einer nachgeschalteten Kl√§ranlage weiter aufgereinigt wird.‚Äú

Die erhobenen Messdaten sollen in Folgeuntersuchungen einen wichtigen Ansatzpunkt zur Entwicklung m√∂glicher Ma√ünahmen gegen Mikroplastik in anderen Deponien und Gew√§ssern bieten. ‚ÄěDie Ergebnisse aus unserem Teilprojekt verdeutlichen, dass eine gut funktionierende Deponiesickerwasserreinigungsanlage ein absolut notwendiger Standard sein muss ‚Äď da gibt es an manchen Standorten von Deponien in vielen L√§ndern noch echten Nachholbedarf‚Äú, so Rehorek.

Verbundvorhaben

Im Verbundvorhaben MicBin arbeiteten das TZW: DVGW-Technologiezentrum Wasser in Karlsruhe (Verbundkoordinator), das :metabolon Institute der TH K√∂ln, das Institut f√ľr Umweltsystemforschung der Universit√§t Osnabr√ľck, das Institut f√ľr Geographie der Universit√§t Augsburg, die Bundesanstalt f√ľr Gew√§sserkunde, das Bayerische Landesamt f√ľr Umwelt und die BKV GmbH zusammen. Das Projekt wurde durch das Bundesministerium f√ľr Bildung und Forschung (BMBF) gef√∂rdert. Projekttr√§ger war das Karlsruher Institut f√ľr Technologie.

MicBin ist ein Teilprojekt im Rahmen des BMBF-Forschungsschwerpunktes ‚ÄěPlastik in der Umwelt‚Äú. Im Zeitraum von 2017 bis 2022 werden insgesamt 20 Verbundprojekte und ein wissenschaftliches Begleitvorhaben gef√∂rdert. Mehr als 100 beteiligte Institutionen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis sind am Forschungsschwerpunkt beteiligt. Sie befassen sich mit unterschiedlichen Aspekten der Problematik von Plastikm√ľll, deren m√∂glichen Quellen und Senken sowie deren Wirkungen in der Umwelt und auf die Gesellschaft.

Die Originalpressemitteilung finden Sie hier.

© TH Köln



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