2. Internationaler Alttextiltag des bvse: Textiler wehren sich

Bonn/Wien. Sowohl in Deutschland als auch in √Ėsterreich haben die Alttextilien als Ressource und als Handelsgut an Bedeutung gewonnen, wie der 2. Internationale Alttextiltag des bvse zeigte, der Ende April in Wien stattfand.

So soll in √Ėsterreich im Rahmen des 2012 gestarteten Ressourceneffizienz Aktionsplans auch die Wiederverwendung von Altkleidern gest√§rkt werden, denn dadurch k√∂nnen Rohstoffe und Wasser eingespart werden, wie Mag. Christine Hochholdinger vom √Ėsterreichischen Bundesministerium f√ľr Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft, deutlich machte. Gleichzeitig ist auch in √Ėsterreich der Markt f√ľr Alttextilien hart umk√§mpft. Derzeit sammle man in der Alpenrepublik mit √ľber 10.000 Containern, insgesamt 90% des Aufkommens w√ľrden √ľber diese erfasst und anschlie√üend vermarktet, so der Bericht von Kom.Rat Thomas Gaiger, ehemaliger Pr√§sident der BIR Textilsparte.
 
Gewerbliche Sammler werden aus dem Markt gedrängt
 
Die Nachfrage nach Alttextilien ist international gut; die Textilrecycler h√§tten eigentlich Grund zur Zuversicht: ‚ÄěWir k√∂nnen ja durchaus zufrieden sein: unsere L√§ger sind leer. Der Auftragsbestand ist konstant vorhanden, laufend melden sich neue Interessenten‚Äú, blickt bvse-Vizepr√§sident Michael Sigloch auf die vergangenen Monate zur√ľck. Womit aber diese Interessenten bedienen, wenn mit allen Mitteln versucht wird, gewerbliche Sammler aus dem Markt zu dr√§ngen? Schon im letzten Jahr verzeichneten die Unternehmen einen R√ľckgang der erfassten Alttextilmengen, wie die bvse-Jahresumfrage ergab.
 
‚ÄěDie Kommunen untersagen immer mehr Sammlungen, weil sie selbst in das Gesch√§ft einsteigen wollen, bundesweit sollen es derzeit rund 600 Untersagungen sein. Hier wird das Kreislaufwirtschaftsgesetzt zu einer Verstaatlichung des Gewerbes missbraucht und uns ein faktisches Berufsverbot auferlegt ‚Äú, kritisierte Sigloch vor den √ľber 120 Branchenvertretern und erntete daf√ľr viel Zustimmung, denn so mancher in der Branche f√ľrchtet um seine Existenz.
 
Textiler sorgen verl√§sslich f√ľr Wiederverwendung
 
Dabei sorgen die Kleiderh√§ndler seit √ľber 50 Jahren daf√ľr, dass abgelegte Textilien einer weltweiten Wiederverwendung als Second-Hand Kleidung zugef√ľhrt werden und haben nicht zuletzt in der Krise 2004 bewiesen, dass sie eben keine Rosinenpicker sind. Damals waren viele Textiler gezwungen, ihre Ware unter den Gestehungskosten abzugeben. Sie haben dieses Risiko getragen und trotzdem weitergemacht, auch wenn dies f√ľr viele Betriebe an die Substanz ging. Umso mehr wollen sie sich auch jetzt gegen eine Verdr√§ngung durch die Kommunen zur Wehr setzen. ‚ÄěEs ist doch blanker Hohn, dass gerade die √∂ffentlich-rechtlichen Betriebe leistungsf√§higer sein sollen, die kein wirtschaftliches Risiko tragen m√ľssen und zudem den Wettbewerb scheuen‚Äú sagte bvse-Hauptgesch√§ftsf√ľhrer Eric Rehbock.
 
Mit juristischen Mitteln gegen Verdrängung kämpfen
 
Rechtsanwalt Alexander Gl√§ser empfahl den Branchenvertretern, die von Untersagungsverf√ľgungen betroffen sind, juristisch dagegen vorzugehen. Dies h√§tte in vielen F√§llen gute Erfolgsaussichten, denn vielfacht seien die Untersagungen nicht ausreichend begr√ľndet und eine tats√§chliche Gef√§hrdung des √∂ffentlich-rechtlichen Entsorgungstr√§gers nicht nachgewiesen. Stattdessen untersagten Beh√∂rden jedoch schon bei der kleinsten zu erwartenden Beeintr√§chtigung und machten die Untersagung zur Regel.
 
Dar√ľber hinaus diskutieren die Textiler im bvse √ľber eine Verfassungsbeschwerde, denn sie sehen ihr Grundrecht auf Berufsaus√ľbungsfreiheit verletzt. Schlie√ülich hinderten Untersagungen, Auflagen und Befristungen Unternehmen an der Aus√ľbung ihrer T√§tigkeit, begr√ľndete bvse-Hauptgesch√§ftsf√ľhrer die ernsthafte Pr√ľfung eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe.



Copyright: © bvse-Bundesverband Sekund√§rrohstoffe und Entsorgung e.V. (14.05.2013)
 
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