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Branchentreffen Verpackung und Kreislaufwirtschaft unter der Schirmherrschaft des Bundesumwelt-ministeriums
Die 7. Konferenz Verpackungsrecycling, organisiert von AVU, BDE und
bvse, zog mehr als 150 Teilnehmende nach Berlin. In ihrer
Videobotschaft als Schirmherrin hob Bundesumweltministerin Steffi Lemke
die Bedeutung der Veranstaltung hervor. Sie betonte, wie wichtig es sei,
Expertinnen und Experten aus Industrie, Politik und Wissenschaft zu
vernetzen, um gemeinsam die Weiterentwicklung der Kreislauf-wirtschaft
voranzutreiben. Besonders würdigte sie die nationale
Kreislaufwirtschaftsstrategie als „wichtigen Meilenstein“ und
unterstrich die zentrale Rolle des Einsatzes hochwertiger Rezyklate, um
die Anforderungen der EU-Verpackungsverordnung ab 2030 zu erfüllen.
Dabei stellte sie die entschei-dende Rolle der Recyclingwirtschaft bei
der Erreichung der ambitionierten Umweltziele der neuen
EU-Verpackungsverordnung heraus: „Die Verordnung schreibt ab 2030 für
verschiedene Kunststoffmate-rialien Rezyklateinsatzquoten vor [..] und
das geht nur mit hochwertigen Rezyklaten“. Dr. Andreas Bruckschen (BDE)
betonte in seiner Eröffnungsrede, dass die Entfesselung von
Rezyklatmärkten not-wendig für die Transformation des Industriestandorts
Deutschland sei.
Wirtschaft fordert verlässliche Rahmenbedingungen
Gitta
Connemann, MdB und Vorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsunion
(MIT) unterstrich die Bedeutung einer praxisnahen und
mittelstandsfreundlichen Weiterentwicklung der Kreislaufwirtschaft. In
ihrer Keynote verdeutlichte sie: „Produktions- und Umwelttechnik aus
Deutschland steht weltweit für Nachhaltigkeit, Innovation und
verlässliche Qualität. Unser Mittelstand braucht verlässliche
Rahmenbedingungen für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft im
Wettbewerb ohne unnötige Bürokratie.“ Diesen Ball nahm
bvse-Hauptgeschäftsführer und Moderator Eric Rehbock auf, der schnellere
und unkompliziertere Genehmigungsverfahren für Entsorgungs- und
Recyclinganlagen einforderte: „Die fortlaufend wachsende Last an
Regulierungen führt uns unaufhaltsam tiefer in die Krise. Momentan fällt
es den Branchenunternehmen immer schwerer notwendige Investitionen für
mehr Recycling und Kreislaufwirtschaft in Angriff zu nehmen.“
Impulse aus der Praxis für mehr Kreislaufwirtschaft
Jonathan
Weber, Chief Operating Officer der SHS – Stahl-Holding-Saar, eröffnete
die Veranstaltung mit einem spannenden Vortrag über die Chancen und
Herausforderungen der Wasserstoffnutzung in der Stahlproduktion. Weber
zeigte auf, wie die Stahlindustrie mit Wasserstoff als nachhaltigem
Energieträger eine Schlüsselrolle in der Dekarbonisierung der Industrie
spielen kann.
Im Anschluss erläuterte Matthias Fabian, Leiter des Sachgebiets
„Vollzug Verpackungsgesetz“ im Umweltbundesamt, die aktuellen
Bestrebungen zur Weiterentwicklung des §21 des Verpackungsgesetzes.
Fabian betonte insbesondere die Notwendigkeit, Anreize für
kreislauffähige Verpackungen zu schaffen und die Regelungen besser in
die europäische Verpackungsverordnung zu integrieren.
Weitere Highlights des Tages waren die Vorträge von Jörg Kriescher
(STEINERT Unisort GmbH), der den aktuellen Stand der Technik zur
Sortierung von schwarzen Kunststoffen darlegte, sowie Dr. Richard von
Goetze (Interzero Plastics Recycling GmbH & Co. KG), der Einblicke
in die neuesten Trends im chemischen Recycling von
Verpackungswertstoffen gab. Anschließend erläuterte Stefan Lotter vom
Lebensmittelhersteller Bell Deutschland, wie Verpackungen aus
Monomaterialien und mit wenig Ressourcenaufwand genutzt werden können.
In seiner Moderation unterstrich AVU-Geschäftsführer
Dr. Carl Dominik
Klepper die Innovationskraft der Produzenten und Abfüller beim Umgang
mit gestiegenen Nachhaltigkeitsanforderungen: „Insbesondere der
Rezyklateinsatz geht mit technischen Herausforderungen einher, die viele
Unternehmen mit Überzeugung und mit hohen Investitionen meistern.“
Branchenverbände fordern entschlossenes Handeln
Die
Veranstalter, vertreten durch Dr. Andreas Bruckschen (BDE), Eric
Rehbock (bvse), Dr. Carl Dominik Klepper (AVU) forderten abschließend
einen „klaren, marktorientierten Regelungsrahmen und die konsequente
Stärkung der Märkte für Sekundärrohstoffe.“ Von der neuen
Bundesregierung erwarten die Verbände „entschlossenes Engagement für
eine starke Kreislaufwirtschaft in der EU.“ Die Konferenz
Verpackungsrecycling verdeutlichte die Notwendigkeit einer verstärkten
Zusammenar-beit zwischen Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, um die
Transformation hin zu einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft erfolgreich
gestalten zu können.
Allianz Verpackung + Umwelt e.V.
Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft e.V.
Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.
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