Einsatzstoffe - Verarbeitung von Pferdemist

Kompostierungs- und Vergärungsanlagen wird zunehmend Pferdemist angeboten. Vor dem Einsatz dieser Materialien ist Folgendes zu beachten.

Bei Pferdemist, der Kompostierungs- oder Verg√§rungsanlagen angedient wird, handelt es sich √ľblicherweise um Chargen, die aus der privaten Reitpferdehaltung oder von Rennbahnen bzw. aus Zuchtbetrieben stammen. Sie setzen sich meist aus gr√∂√üeren Anteilen Stroh gemischt mit den Exkrementen der Pferde zusammen.

Pferdemist ist wie 'G√ľlle' einzustufen

Pferdemist unterliegt als tierisches Nebenprodukt vor allem den veterin√§rrechtlichen Vorgaben. Diese sind in der europaweit g√ľltigen Verordnung VO [EG] 1069/2009 sowie in den Durchf√ľhrungsbestimmungen der VO [EG] 142/2001 beschrieben. √Ąhnlich wie Rinder- oder Schweinemist z√§hlt Pferdemist zu den ‚ÄěExkrementen von Nutztieren" und wird als ‚ÄěG√ľlle" i.S.d. Artikel 3 Nr. 20 VO [EG] 1069/2009 eingestuft. F√ľr Pferdemist gelten damit die gleichen Anforderungen wie f√ľr Rinder- und Schweinemist.

Im Falle des Einsatzes von Pferdemist in Kompostierungs- oder Verg√§rungsanlage sind einzelne abfallrechtliche Bestimmungen zu beachten, da diese Verwertung grunds√§tzlich in den Geltungsbereich des Kreislaufwirtschaftsgesetzes f√§llt. Ausgenommen vom Geltungsbereich des KrWG ist nur Pferdemist, der in der Land- oder Forstwirtschaft anf√§llt (¬ß 2 Abs. 2 Nr. 4). Von den Regelungen im KrWG sind f√ľr Pferdemist u.a. die Zuweisung einer Abfallschl√ľsselnummer sowie die Kennzeichnungsvorgaben der verwendeten Transportfahrzeuge relevant.

Die Bioabfallverordnung ist f√ľr Pferdemist nicht anwendbar, da alle veterin√§rrechtlich erfassten tierische Nebenprodukte derzeit aus dem Geltungsbereich dieser Verordnung ausgenommen sind (¬ß 1 Absatz 3 Nr. 3 BioAbfV). Erst wenn Pferdemist zusammen mit Bioabf√§llen in einer Kompostierung- bzw. Biogasanlage eingesetzt wird, sind f√ľr den Pferdemist die Vorgaben f√ľr Gemischbestandteile der BioAbfV zu beachten.

Grunds√§tzlich ist es zul√§ssig Pferdemist in rein mesophil verg√§renden Biogasanlagen, z.B. zusammen mit Energiepflanzen oder anderen G√ľllen zu behandeln. Eine Pflicht zur Hygienisierung (Pasteurisierung oder thermophile Behandlung) besteht in diesem Falle nicht. Auch in Kompostierungsanlagen, die nach den Vorgaben der BioAbfV betrieben werden, k√∂nnen Pferdemiste grunds√§tzlich eingesetzt werden. Voraussetzung f√ľr die Annahme von Pferdemist auf Kompostierungs‚Äď bzw. Verg√§rungsanlagen ist eine entsprechende Betriebsgenehmigung, die auch Pferdemist als Inputmaterial beinhaltet.

Zulassung erforderlich

Kompostierungs- und Verg√§rungsanlagen, die tierische Nebenprodukte behandeln, ben√∂tigen in fast allen F√§llen eine veterin√§rrechtliche Zulassung. Dies gilt insbesondere dann, wenn in der Anlage Pferdemist eingesetzt wird. Die veterin√§rrechtliche Zulassung muss dann die Behandlung von ‚ÄěG√ľlle" (Kat. 2 i.S.d. VO [EG] 1069/2009) einschlie√üen. Die Zulassungsvoraussetzungen entsprechen den Anforderungen, wie sie auch f√ľr NawaRo-Biogasanlagen gelten, die beispielsweise Rinder- oder Schweineg√ľlle annehmen. F√ľr die Beantragung der Zulassung ist die √∂rtlich zust√§ndige Veterin√§rbeh√∂rde anzusprechen. Anlagen, die zugelassen sind, bekommen eine 15-stellige Zulassungsnummer zugewiesen und werden in die im Internet ver√∂ffentlichte Liste der f√ľr die Behandlung von tierischen Nebenprodukten zugelassenen Anlagen aufgenommen.

Eine Zulassung ist nur im Falle der tatsächlichen Annahme von Pferdemist in die Anlage erforderlich. Wenn Pferdemist lediglich in der Betriebsgenehmigung als möglicher Inputstoff genannt ist, löst dies noch keine Zulassungserfordernis aus. Wichtig ist nur, dass vor der ersten tatsächlichen Annahme von Pferdemist eine veterinärrechtliche Zulassung eingeholt wird.




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