Umweltrat fordert vollständigen Ausstieg aus der Kohleverstromung innerhalb von 20 Jahren

In seiner heute ver√∂ffentlichten Stellungnahme fordert der Sachverst√§ndigenrat f√ľr Umweltfragen die kommende Bundesregierung auf, den Kohleausstieg unverz√ľglich einzuleiten. Die bevorstehende Legislaturperiode bietet die letzte Chance, die Weichen f√ľr eine angemessene Umsetzung der Pariser Klimaziele in Deutschland zu stellen.

‚ÄěDeutschland muss die Stromerzeugung aus Kohle schnellstens reduzieren und mittelfristig beenden, sonst sind die Klimaziele in Deutschland nicht zu erreichen. Der struktur-vertr√§gliche Kohleausstieg sollte daher unverz√ľglich eingeleitet werden. Das letzte Kraftwerk muss in sp√§testens 20 Jahren vom Netz gehen", erkl√§rt Prof. Claudia Kemfert.

Grundlage des Kohleausstiegs sollte ein Budget der Gesamtmenge an Treibhausgasen sein, die durch Kohlekraftwerke bis zur endg√ľltigen Abschaltung noch ausgesto√üen werden d√ľrfen. Diese Menge sollte gesetzlich festgeschrieben werden. ‚ÄěAus wissenschaftlicher Sicht sollte das verbleibende Emissionsbudget f√ľr die Kohleverstromung in Deutschland 2.000 Megatonnen CO2 nicht √ľberschreiten", konkretisiert Prof. Wolfgang Lucht.

In seinem Gutachten schl√§gt der SRU einen Ausstieg in drei Phasen vor: Bis zum Jahr 2020 sollen die emissionsintensivsten Kraftwerke vom Netz gehen. Auf dieser Basis k√∂nnten modernere Anlagen zur Gew√§hrleistung der Versorgungssicherheit und zur Erhaltung von Arbeitspl√§tzen bis etwa 2030 mit verminderter Auslastung weiterlaufen. In den 2030er- Jahren sollten dann auch diese Kraftwerke stillgelegt werden. Hierf√ľr m√ľsse die Bundesregierung jetzt den Rahmen festlegen.

Klimaschutz und die Gestaltung des Strukturwandels m√ľssen dabei Hand in Hand gehen. Ein langfristiger und strukturierter Ausstiegspfad bietet den Betroffenen Planungssicherheit und kann f√ľr eine m√∂glichst gerechte Lastenverteilung sorgen. Der Ausstiegspfad und dessen strukturpolitische Begleitung sollten daher in einer Kommission gemeinsam mit den betroffenen Regionen, Unternehmen, Gewerkschaften und Umweltschutzverb√§nden beraten werden.

Die Stellungnahme ‚ÄěKohleausstieg jetzt einleiten" steht ab sofort auf der Website des SRU zur Verf√ľgung: www.umweltrat.de

Weitere Informationen erhalten Sie bei Dr. Julia Hertin, Tel.: +49 176 20652784

Der Sachverst√§ndigenrat f√ľr Umweltfragen (SRU) ber√§t die Bundesregierung seit nahezu 45 Jahren in Fragen der Umweltpolitik. Die Zusammensetzung des Rates aus sieben Professorinnen und Professoren verschiedener Fachdisziplinen gew√§hrleistet eine wissenschaftlich unabh√§ngige und umfassende Begutachtung, sowohl aus naturwissenschaftlich-technischer als auch aus √∂konomischer, rechtlicher und gesundheitswissenschaftlicher Perspektive.

Sachverst√§ndigenrat f√ľr Umweltfragen (SRU)

Prof. Dr. Claudia Hornberg (Vorsitzende)
Professorin f√ľr Umwelt und Gesundheit an der Universit√§t Bielefeld

Prof. Dr. Manfred Niekisch (stellvertretender Vorsitzender)
Professor f√ľr Internationalen Naturschutz an der Goethe-Universit√§t Frankfurt und Direktor des Frankfurter Zoos

Prof. Dr. Christian Calliess
Professor f√ľr √∂ffentliches Recht, insbesondere Umweltrecht, und Europarecht am Fachbereich Rechtswissenschaft der Freien Universit√§t Berlin

Prof. Dr. Claudia Kemfert
Professorin f√ľr Energie√∂konomie und Nachhaltigkeit an der Hertie School of Governance, Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt am Deutschen Institut f√ľr Wirtschaftsforschung, Berlin

Prof. Dr. Wolfgang Lucht
Professor am Geographischen Institut der Humboldt Universit√§t zu Berlin, Ko-Leiter der Abteilung Erdsystemanalyse am Potsdam-Institut f√ľr Klimafolgenforschung

Prof. Dr.-Ing. Lamia Messari-Becker
Professorin f√ľr Geb√§udetechnologie und Bauphysik an der Universit√§t Siegen

Prof. Dr.-Ing. Vera Susanne Rotter
Professorin im Fachgebiet Kreislaufwirtschaft und Recyclingtechnologie an der Technischen Universität Berlin

Sachverst√§ndigenrat f√ľr Umweltfragen
Luisenstra√üe 46, 10117 Berlin, + 49 30 263696-0 info@umweltrat.de ‚ÄĘ www.umweltrat.de

Die Ver√∂ffentlichungen des SRU sind auf der Homepage verf√ľgbar und k√∂nnen √ľber die Gesch√§ftsstelle kostenfrei bestellt werden.



Copyright: © SRU - Sachverst√§ndigenrat f√ľr Umweltfragen (02.10.2017)
 
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