Sichere Stromversorgung
Mit der Analyse und Verbesserung der SpannungsqualitÀt in elektrischen Netzen befasst sich ein Forschungsprojekt der Technischen Hochschule Mittelhessen. Die Landesregierung fördert das Vorhaben mit 35.000 Euro. Projektleiter ist Prof. Dr. Alexander Kuznietsov, der in Friedberg Digitale Mess- und Regelungstechnik lehrt.
âIch hatte einmal das VergnĂŒgen, in einem Hotel direkt neben einem Stahlwerk zu wohnenâ, erzĂ€hlt Kuznietsov. âWenn da abends die Schmelzphase beginnt, fĂ€ngt die Lampe an zu flackern, und Sie mĂŒssen gar nicht erst versuchen etwas zu lesen. Dieses PhĂ€nomen nennt man Flicker, und das bekĂ€mpfen wir.â
Ursache sind Spannungsschwankungen und SpannungseinbrĂŒche in Stromnetzen, die den Betrieb elektrischer GerĂ€te stören und ihre Lebensdauer reduzieren. Deren Quelle sind nichtlineare Verbraucher in Industrie und Haushalt wie zum Beispiel Lichtbogenöfen, SchweiĂmaschinen, FernsehgerĂ€te oder Drucker. Auch Windkraftanlagen sind fĂŒr solche Störungen verantwortlich. Durch den Atomausstieg und den zunehmenden Einsatz regenerativer Energiequellen wird nach EinschĂ€tzung von Kuznietsov die Verbesserung der NetzqualitĂ€t kĂŒnftig an Bedeutung gewinnen.
Im Projekt der TH geht es um die Entwicklung neuartiger Verfahren zur Bestimmung der jeweiligen Störungsquelle, die beim Versorgungsunternehmen oder beim Verbraucher liegen kann. Mit Spannungs- und Strommessungen an einem Knotenpunkt eines Energieversorgungssystems soll der Entstehungsort der BeeintrĂ€chtigung genau bestimmt werden. Die zu entwickelnden Modelle werden eine wirtschaftliche Auslegung von Kompensationsanlagen und eine bessere QualitĂ€t der Energieversorgung möglich machen. âSie können von kleinen und mittelstĂ€ndischen Unternehmen eingesetzt werden, deren Aufgaben in der Optimierung des Netzbetriebs liegen, sind aber auch fĂŒr ĂŒberregionale Netzbetreiber und Energieversorger von Interesseâ, erlĂ€utert Kuznietsov.
Projektpartner ist die H. Kleinknecht & Co GmbH am Standort Ilmenau. Das Unternehmen bietet unter anderem technische Dienstleistungen auf dem Gebiet der elektrischen EnergiequalitÀt an. An der TH werden an dem Projekt auch Studenten mitarbeiten. Laut Kuznietsov sind Doktorarbeiten von TH-Studenten in Kooperation mit der TU Ilmenau ebenfalls geplant.
Das Forschungsvorhaben am Fachbereich Informationstechnik - Elektrotechnik - Mechatronik hat eine Laufzeit von einem Jahr. Es wird im Rahmen des Förderprogramms âForschung fĂŒr die Praxisâ unterstĂŒtzt. Damit bezuschusst die Landesregierung praxisnahe Projekte an hessischen Fachhochschulen.
Bild: idw (Prof. Alexander Kuznietsov (rechts) und Projektmitarbeiter Sebastian Wolf im Labor fĂŒr Regelungstechnik)
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