EU-Kommission genehmigt Finanzierung von innovativen Umweltprojekten in 17 Ländern

13 deutsche Projekte werden durch das LIFE-Programm unterstützt

Berlin/Brüssel (21.09.2005). Die Europäische Kommission hat im Rahmen des Programms LIFE-Umwelt die Finanzierung von innovativen Umweltprojekten in 17 Ländern genehmigt. Dabei handelt es sich um 89 Projekte, die neue Verfahren und Techniken für ein breites Spektrum von Umweltproblemen aufzeigen. Sie sollen einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz in Europa leisten. Die Investitionen belaufen sich auf insgesamt 220 Millionen Euro, wovon die EU 71 Millionen Euro bereitstellt. Die LIFE-Umwelt-Projekte 2005 in Deutschland umfassen insgesamt sechs Projekte.

Zwei Projekte betreffen die Wasserbewirtschaftung. Das erste verfolgt im Einklang mit der Wasserrahmenrichtlinie einen integrierten Ansatz zur Reduzierung der diffusen Verschmutzung durch die Landwirtschaft. Das zweite Projekt befasst sich mit Abwasseraufbereitungsverfahren unter Verwendung einer innovativen Technologie zur Überführung organischer Bestandteile von Klärschlamm in eine lösliche Form für eine effiziente Produktion von Biogas.

Bei zwei Projekten werden saubere Technologien zur Minimierung der Umweltfolgen wirtschaftlicher Tätigkeiten untersucht. Mit dem einen wird die technische und ökologische Zweckmäßigkeit eines neuen anorganischen Verbundwerkstoffs für das Gießen von Aluminium-Motorblöcken geprüft. Dieses Verfahren soll die Energiekosten um 30 Prozent senken und die Abfallmenge erheblich reduzieren. Das zweite Projekt betrifft die Vorbehandlung bei der Wollgarnerzeugung. Durch eine nachhaltige Plasma-Vorbehandlung soll erreicht werden, dass die Emission absorbierbarer organischer Halogenide sinkt und die Verwendung von Chemikalien im Reinigungsprozess deutlich zurückgeht.

Bei einem Projekt aus dem Bereich Abfallwirtschaft und Abfallvermeidung wird ein Schulungsprogramm für bleifreies Löten in der europäischen Elektronikindustrie erstellt.

Mit dem sechsten Projekt wird versucht, die Umweltfolgen in der Stahlindustrie, wo gefährliche Säuren zur Entzunderung von kaltgewalzten Blechen eingesetzt werden, zu minimieren. Dabei wird ein neues chemikalienfreies Verfahren auf Basis der Hochdruck-Vakuumtechnologie eingesetzt.

Für das Programm LIFE-Natur genehmigte die EU-Kommission 2005 die finanzielle Unterstützung für 54 Naturschutzprojekte in 20 Mitgliedstaaten und Beitrittsländern. Die Projekte haben die Wiederherstellung von Naturschutzgebieten mit ihrer Pflanzen- und Tierwelt, die Sensibilisierung der Öffentlichkeit und eine verstärkte Zusammenarbeit mit Interessengruppen zum Ziel. Sie tragen so weiter zum Aufbau des EU-weiten Netzes geschützter Gebiete „Natura 2000“ bei. Die Gesamtinvestition für alle Projekte beläuft sich auf 125,7 Millionen Euro, wovon die EU 69 Millionen Euro bereitstellt.

EU-Kommissar Stavros Dimas erklärte zur Projektförderung durch Life-Natur: „Ich stelle mit großer Zufriedenheit fest, dass europäische Fördermittel im Rahmen lokaler, regionaler und nationaler Maßnahmen für den Erhalt von Tier- und Pflanzenarten sowie ihrer Lebensräume verwendet werden. Ich hatte bei Besuchen von LIFE-Natur-Schutzgebieten persönlich die Möglichkeit, mich von der außergewöhnlichen Wirkung dieser dynamischen Zusammenarbeit zu überzeugen.“

Das jetzige LIFE-Programm („LIFE III“) läuft Ende 2006 aus. Die Kommission hat ein neues Programm unter der Bezeichnung „LIFE +“ vorgeschlagen, das von 2007-2013 laufen und über eine Mittelausstattung von 2,19 Milliarden Euro verfügen soll. Der Vorschlag wird zurzeit noch im Ministerrat und im Europäischen Parlament geprüft.

Mehr Informationen über das Programm LIFE-Umwelt.

Kontakt: Europäische Kommission, Vertretung in Deutschland, Dr. Gerhard Sabathil, Unter den Linden 78, D-10117 Berlin, Tel. 030.2280 - 2000, Fax: -2280-2222, eMail: eu-de-kommission@cec.eu.int.



Copyright: © Rhombos Verlag (21.09.2005)
 
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