Sondergutachten des SRU zum Strommarkt im Deutschen Bundestag

Auf der heutigen Sitzung des Wirtschafts- und Energieausschusses des Deutschen Bundestages haben der Vorsitzende des SRU, Prof. Dr. Martin Faulstich, und Herr Prof. Dr. Harald Bradke das Sondergutachten des Sachverst√§ndigenrates f√ľr Umweltfragen (SRU) zur Diskussion gestellt. Dabei wurde auch der Referentenentwurf zur Novelle des EEG kommentiert.

Das Sondergutachten des SRU "Den Strommarkt der Zukunft gestalten" entwickelt Vorschl√§ge f√ľr den √úbergang zu einer vollst√§ndig erneuerbaren Stromversorgung bis 2050. Kontinuierliches Wachstum der erneuerbaren Energien, mehr Effizienz, Versorgungssicherheit und eine bessere politische Steuerung der Energiewende sind dabei die wichtigen Erfolgsbedingungen.
 
Einige der Vorschl√§ge werden bereits in der anstehenden Novelle des EEG aufgegriffen, so insbesondere der √úbergang zur Direktvermarktung. Der SRU begr√ľ√üt die Bem√ľhungen des Wirtschaftsministeriums, die Kosten des EEG auf mehr Schultern zu verteilen. Hierzu geh√∂ren die Novellierung der Besonderen Ausgleichsregelung und die Befreiungen bei der Eigenstromerzeugung. Wichtig ist auch, die H√∂he der F√∂rderung auf ein Niveau zu begrenzen, das die Refinanzierungsl√ľcke zum Markterl√∂s deckt.
 
Dennoch sieht der SRU auch Anlass f√ľr Kritik. Der SRU hat Zweifel daran, dass ein "atmender Deckel" f√ľr den wichtigsten und kosteng√ľnstigsten Leistungstr√§ger des Ausbaus der erneuerbaren Energien, die Onshore-Windenergie, zielf√ľhrend ist, zumal ohnehin alle anderen Technologien aus guten Gr√ľnden gedeckelt werden. Mit Kostengr√ľnden ist dieser Schritt nicht zu rechtfertigen. Netzengp√§sse k√∂nnen daf√ľr vorerst auch nicht glaubw√ľrdig angef√ľhrt werden.
 
Zudem sollte die Einf√ľhrung von Auktionierungsverfahren nicht √ľberst√ľrzt erfolgen. Bei der Ausgestaltung von Auktionierungen sollte vorab von den Erfahrungen und Fehlern anderer L√§nder gelernt werden, die zum Teil zu h√∂heren Verg√ľtungss√§tzen oder Fehlsteuerungen f√ľhrten. Zun√§chst sollten daher eigene Pilotprojekte f√ľr eine effiziente Ausgestaltung der Verfahren ausgewertet werden. Dies m√ľsste auch der Europ√§ischen Kommission vermittelbar sein.
 
Die Energiewende wird nicht gelingen, wenn nicht ein Konzept f√ľr mehr Flexibilit√§t und deutlich geringere Treibhausgasemissionen des im √úbergang notwendigen fossilen Kraftwerksparks verfolgt wird. Der Wiederanstieg der CO2-Emissionen in Deutschland sch√§digt den internationalen Ruf der Energiewende. Besonderer Anlass zur Sorge ist der zu hohe Sockel der Braunkohleverstromung. Letztlich muss der schrittweise Ausstieg aus der Kohle in Angriff genommen werden.
 
Das Sondergutachten ‚ÄěDen Strommarkt der Zukunft gestalten‚Äú kann unter www.umweltrat.de heruntergeladen werden und ist beim Erich Schmidt Verlag oder im Buchhandel erh√§ltlich.
 
Weitere Informationen erhalten Sie bei Dr. Christian Hey, Tel.: +49 30 263696-0.
 
Der SRU ber√§t die Bundesregierung seit √ľber 40 Jahren in Fragen der Umweltpolitik. Die Zusammensetzung des Rates aus sieben Professorinnen und Professoren verschiedener Fachdisziplinen gew√§hrleistet eine wissenschaftlich unabh√§ngige und umfassende Begutachtung, sowohl aus naturwissenschaftlich-technischer als auch aus √∂konomischer, rechtlicher und politikwissenschaftlicher Perspektive.

Der Rat besteht derzeit aus folgenden Mitgliedern:
Prof. Dr. Martin Faulstich (Vorsitzender), Technische Universität Clausthal
Prof. Dr. Karin Holm-M√ľller (stellv. Vorsitzende), Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universit√§t Bonn
Prof. Dr. Harald Bradke, Fraunhofer-Institut f√ľr System- und Innovationsforschung ISI, Karlsruhe P
rof. Dr. Christian Calliess, Freie Universität Berlin
Prof. Dr. Heidi Foth, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Prof. Dr. Manfred Niekisch, Goethe-Universität und Zoologischer Garten Frankfurt
Prof. Dr. Miranda Schreurs, Freie Universität Berlin



Copyright: © SRU - Sachverst√§ndigenrat f√ľr Umweltfragen (14.03.2014)
 
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