Weg von der Einweg- hin zur Mehrwegkultur! VKU unterst√ľtzt EU-Entscheidung zur Plastikrichtlinie

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) begr√ľ√üt den Beschluss des Europ√§ischen Parlaments zur Plastikrichtlinie. Das Parlament stimmte heute in Stra√üburg daf√ľr, EU-weit Plastik zu reduzieren, um Umwelt und insbesondere Meere zu sch√ľtzen. Der VKU begr√ľ√üt die Initiative mit Nachdruck und fordert weitergehende Ma√ünahmen, speziell gegen Mikroplastik.

Dazu der VKU-Vizepr√§sident der Abfallsparte Patrick Hasenkamp: ‚ÄěUnser Plastikkonsum ist v√∂llig aus dem Ruder gelaufen. √úberall quellen M√ľlleimer mit Einweggeschirr √ľber. Das ist √∂kologischer Irrsinn! Wir m√ľssen weg von der Einweg- hin zur Mehrwegkultur.‚Äú Sensibilisierungsma√ünahmen wie etwa die Woche der Abfallvermeidung, die dieses Jahr wieder im November stattfindet, seien sehrwichtig, reichten aber nicht, so Hasenkamp: ‚ÄěUnsere Mitglieder beobachten, dass mit dem Food-to-go-Trend zunehmend mehr Einwegverpackungen in Umlauf geraten und dann auf Stra√üen Parks, Fl√ľssen und schlie√ülich in den Meeren landen.‚Äú

Hasenkamp weiter: ‚ÄěEntsorgen m√ľssen den M√ľll die kommunalen Betriebe. Das kostet Geld, das alle B√ľrger √ľber die Stra√üenreinigungsgeb√ľhren zahlen. Ob Zigarettenstummel, Coffee-to-go-Becher oder die Verpackungen der Systemgastronomie: Es ist nur folgerichtig, dass sich diejenigen, die den M√ľll in Verkehr bringen, auch ander Entsorgung oder Stra√üenreinigung beteiligen m√ľssen. Eine finanzielle Beteiligung w√ľrde endlich und hoffentlich finanzielle Anreize ‚Äď lassen Sie es mich gern auch direkt ‚ÄěDruck‚Äú bezeichnen ‚Äď f√ľr die Inverkehrbringer bedeuten, umzudenken und ihren Anteil dazu beizutragen, Verpackungsm√ľll und Einwegkunststoffprodukte merklich zu reduzieren.‚Äú

Der VKU unterst√ľtzt auch, dass das so genannte ‚Äěoxo-abbaubare Plastik‚Äú verboten werden soll. Hasenkamp: ‚ÄěViele Hersteller preisen ihre Produkte als leicht abbaubares Bioplastik an. Die Verbraucher glauben dann, dass genau dieses Plastik √§hnlich biologisch abbaubar ist wie eine Bananenschale. Das ist aber nicht der Fall. Die Folgen davon: Alle m√∂glichen Arten von Plastik landen im Biom√ľll. Das bereitet den Anlagenbetreibern gro√üe Probleme ‚Äď und gef√§hrdet letztlich den √∂kologischen Nutzen der Biosammlung.‚Äú Au√üerdem k√∂nnen auch diese Stoffe zu Mikroplastik werden, die in unseren Gew√§ssern landen.

Ebenso den Vorschlag, dass die Mitgliedsstaaten die Einf√ľhrung von Pfandsystemen von Flaschen pr√ľfen sollen, begr√ľ√üt der VKU: ‚ÄěPfandsysteme f√ľr Flaschen sind hervorragende Mittel, um die Plastikflut einzud√§mmen. In Deutschland haben wir zwar seit vielen Jahren ein solches System. Das wird aber mehr und mehr ausgeh√∂hlt und un√ľbersichtlicher: Einige Flaschen sind im Mehrwegsystem, einige sind Einwegflaschen. Manche haben ein Pfand, manche keins. Wer soll da nochdurchblicken? Hier muss die Bundesregierung nachsteuern. Es gilt: Mehrweg ist besser als Einweg. Glas ist besser als Plastik.‚Äú


Auch Mikro(-plastik) kann große Probleme verursachen

Au√üerdem unterst√ľtzt der VKU, dass das Europ√§ische Parlament die EU-Kommission auffordert, eine eigene Strategie f√ľr Mikroplastik aufzusetzen. Dazu der VKU-Vizepr√§sident der Wassersparte Karsten Specht: ‚ÄěTag f√ľr Tag gelangen √ľberall auf der Welt winzige Plastikteile √ľber den Abfluss in die Gew√§sser und die Umwelt. Dieses sogenannte Mikroplastik ist in Kosmetik, Wasch- und Putzmitteln enthalten und kann in Kl√§ranlagen nicht vollst√§ndig herausgefiltert werden. Einer der Haupteintragungspfade von Mikroplastik ist mit Abstand Reifenabrieb. Das belastet den weiteren Wasserkreislauf. Um Mikroplastik zu reduzieren, muss bereits bei den Produktherstellern, den Verursachern, angesetzt werden. Ziel muss sein, Mikroplastik zu vermeiden, egal ob es sich um Mikropartikel oder fl√ľssigen Kunststoff handelt.‚Äú

So k√∂nnte beispielsweise das bestehende EU-Reifenlabel neben Angaben zu Kraftstoffverbrauch, Bremsweg auf nasser Stra√üe und Rollger√§usch auch Informationen √ľber Haltbarkeit und Abrieb eines Reifens umfassen. F√ľr Waschmaschinen k√∂nnten technische L√∂sungen wie Filtersysteme vorgeschrieben werden, damit Mikrofasern aus der W√§sche erst gar nicht in das Abwasser gelangen. Auch Mikroplastik in Kosmetik sollte verboten werden.



Copyright: © VKU (24.10.2018)
 
Name:

Passwort:

 Angemeldet bleiben

Passwort vergessen?