UDE koordiniert Projekt zur Luftreinhaltung in Europa: GesĂŒnder leben in der Stadt

FeinstĂ€ube, Benzol, Stickoxid, Blei oder Kohlenmonoxid – sie verschmutzen die Luft und machen auf Dauer krank. Ein Problem vor allem in StĂ€dten und BallungsrĂ€umen. Die EU hat deshalb Grenzwerte fĂŒr einzelne Schadstoffe erlassen, um europaweit fĂŒr saubere Luft zu sorgen. Allerdings gibt es noch nicht fĂŒr alle Immissionen einheitliche Messmethoden.

Das soll das Projekt AirMonTech Ă€ndern. Unter der Leitung des Instituts fĂŒr Energie- und Umwelttechnik (IUTA) an der UniversitĂ€t Duisburg-Essen (UDE) arbeiten bis Mitte 2013 Experten fĂŒr LuftqualitĂ€t, Entwickler fĂŒr Messtechnik und Epidemiologen zusammen. Die EU fördert das Projekt, an dem acht LĂ€nder beteiligt sind, mit knapp einer Million Euro.
„Es gibt viele Quellen, die die Luft beeintrĂ€chtigen. Durch die Industrie, den Straßenverkehr, aber auch ganz einfach durchs Heizen werden Schadstoffe freigesetzt“, erklĂ€rt Projektkoordinator Dr. Thomas Kuhlbusch vom IUTA. Das Institut ist darauf spezialisiert, ultrafeine Teilchen und FeinstĂ€ube, Benzol, Stickoxid, Blei oder Kohlenmonoxid – sie verschmutzen die Luft und machen auf Dauer krank. Ein Problem vor allem in StĂ€dten und BallungsrĂ€umen. Die EU hat deshalb Grenzwerte fĂŒr einzelne Schadstoffe erlassen, um europaweit fĂŒr saubere Luft zu sorgen. Allerdings gibt es noch nicht fĂŒr alle Immissionen einheitliche Messmethoden. Das soll das Projekt AirMonTech Ă€ndern. Unter der Leitung des Instituts fĂŒr Energie- und Umwelttechnik (IUTA) an der UniversitĂ€t Duisburg-Essen (UDE) arbeiten bis Mitte 2013 Experten fĂŒr LuftqualitĂ€t, Entwickler fĂŒr Messtechnik und Epidemiologen zusammen. Die EU fördert das Projekt, an dem acht LĂ€nder beteiligt sind, mit knapp 1 Mio. Euro.Nanopartikel in der Luft aufzuspĂŒren, etwa durch hochmoderne Laserverfahren. „Man weiß, dass vor allem FeinstĂ€ube Asthma und Lungenerkrankungen auslösen können. Manche Partikel sind so winzig, dass sie sogar ins Gewebe und Blut gelangen. Die sind möglicherweise besonders gefĂ€hrlich und werden von den Messnetzen noch kaum ĂŒberwacht.“
Beispiel PM10: Diese Schwebteilchen stammen vor allem von Auto- und Industrieabgasen, haben einen Durchmesser von höchstens 10 Mikrometer und setzen sich in der Lunge fest. Studien belegen, dass wer an einer befahrenen Straße wohnt, ein höheres Risiko fĂŒr Herzinfarkt und Schlaganfall trĂ€gt. Deswegen messen die LandesumweltĂ€mter bundesweit, ob der Grenzwert fĂŒr Feinstaub eingehalten wird, den die EU in ihrer Richtlinie festgeschrieben hat. Er darf maximal an bis zu 35 Tagen im Jahr ĂŒberschritten werden.
Damit stellt sich fĂŒr die EU gleichzeitig ein Problem: Sie hat ihre Mitglieder zwar verpflichtet, die Luftreinhaltung zu ĂŒberwachen und im Zweifel Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Doch gemessen wird in jedem Land etwas anders. Allein fĂŒr Feinstaub gibt es vier verschiedene Verfahren, und fĂŒr jedes eine Vielzahl an GerĂ€ten. Die Daten zu vergleichen, wird somit schwierig. Und auch umweltpolitisch ist es wenig konsequent: Denn verschmutzte Luft macht vor Staatsgrenzen nicht Halt.
Die Projektpartner von AirMonTech (Air Pollution Monitoring Technologies for Urban Areas) erheben nun zunĂ€chst, mit welchen Systemen die LuftqualitĂ€t ĂŒberwacht wird und wie genau diese arbeiten. Besonders interessieren sie neue Verfahren, mit denen Konzentration, Anzahl und GrĂ¶ĂŸenverteilung von Schadstoffen bestimmt werden. Auch um die Fragen, welche gesundheitlichen Folgen spezielle Partikel haben und wie die EU-Richtlinie umgesetzt wird, geht es. Anschließend wollen die Wissenschaftler Vorgaben fĂŒr automatisierte Messmethoden und verbesserte Überwachungsstrategien entwickeln. Die Projektlaufzeit endet nicht ohne Grund 2013. „In dem Jahr will die EU-Kommission die Richtlinie ĂŒberarbeiten und gegebenenfalls neue bzw. besser standardisierte Verfahren vorschreiben“, sagt Kuhlbusch. „Das wĂ€re ein Fortschritt!“
Neben dem IUTA gehört zum Konsortium auch das European Project Office Rhein-Ruhr der Uni Duisburg-Essen. Es ĂŒbernimmt das Projektmanagement. Beteiligt sind außerdem: Stichting Energieonderzoek Centrum Nederland (Niederlande), Eidgenössische MaterialprĂŒfungs- und Forschungsanstalt (Schweiz), Agencia Estatal Consejo Superior de Investigaciones Cientificas (Spanien), Joint Research Centre der EU (Italien), Norsk Institutt for Luftforskning (Norwegen), National and Kapodistrian University of Athens (Griechenland), NPL Management Limited (England).
Weitere Informationen: http://www.airmontech.eu
Dr. Thomas Kuhlbusch, IUTA, Tel. 02065/418-267, tky@iuta.de,
Dr. Ulrich Quass, IUTA, Tel. 02065/418-214, quass@iuta.de



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