Bundeskabinett beschließt Eckpunkte für Aktionsprogramm zum Insektenschutz

Die Bundesregierung hat heute auf Vorschlag von Bundesumweltministerin Svenja Schulze Eckpunkte für ein „Aktionsprogramm Insektenschutz“ beschlossen. Auf Basis der Eckpunkte wird das Bundesumweltministerium das Aktionsprogramm nach einer breiten öffentlichen Diskussion bis 2019 fertigstellen und anschließend unverzüglich mit den Maßnahmen beginnen.
Als Sofortmaßnahme stellt Bundesumweltministerin Schulze 5 Mio. Euro pro Jahr aus dem „Bundesprogramm Biologische Vielfalt“ für den Insektenschutz bereit.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „Wir wissen längstnicht alles über das Insektensterben. Aber wir wissen genug, um schnell zuhandeln. Darum war es mir wichtig, dass das Kabinett dieseEckpunkte schon in den ersten 100 Tagen meiner Amtszeit beschließt. DasInsektensterben aufzuhalten ist eine der zentralen Herausforderung unsererZeit. Wir sind uns in der Bundesregierung nun einig, in welchen Bereichen wirhandeln werden, um das Insektensterben zu stoppen. Dazu gehört eingrundsätzlich restriktiverer Umgang mit Pestiziden, nicht nur mit Glyphosat.Wir brauchen zudem mehr Vielfalt in der Landschaft: Hecken und blütenreicheWiesen statt Monokulturen sind überlebenswichtig für Insekten, Vögel und vieleandere Tierarten.“

Mit dem Aktionsprogramm Insektenschutz sollen Maßnahmenin folgenden Bereichen ergriffen werden:

- Förderungvon Insektenlebensräumen und der Strukturvielfalt in der Agrarlandschaft,

- Wiederherstellungund Vernetzung von Insektenlebensräumen in anderen Landschaftsbereichen,

- Stärkungvon Schutzgebieten als Lebensräume für Insekten,

- Minderungder Anwendung von Pestiziden,

- Reduktionvon Nähr- und Schadstoffeinträgen in Böden und Gewässer,

- Reduktionder Lichtverschmutzung.

Außerdem soll das Aktionsprogramm dazu beitragen,bestehende Wissenslücken über das Insektensterben zu schließen und einbundesweit einheitliches Insektenmonitoring einzuführen. AuchWirtschaftsverbände und Unternehmen, Forschung und Bildung so-wiezivilgesellschaftliche Akteure bis hin zur einzelnen Bürgerin und zum einzelnenBürger sollen angesprochen, informiert und dazu angeregt werden, aktiv zuwerden.

Das Bundesumweltministerium hat heute im Rahmen des„Bundesprogramms Biologische Vielfalt“ zudem dazu aufgerufen, Praxisprojektezur Förderung von Insekten und ihrer Artenvielfalt einzureichen. Für dieseProjekte werden 5 Mio. Euro im Jahr bereitgestellt. Über die nächsten sechs bisacht Jahre können so insgesamt 30 bis 40 Mio. Euro aus dem BMU-Förderprogrammin den Insektenschutz fließen. Bundesumweltministerin Schulze: „Sowohl die Gesamtmengeder Insekten als auch die Vielfalt der Insektenarten ist in Deutschland in denvergangenen Jahrzehnten dramatisch zurückgegangen. Das Insektensterben drohtdie Natur aus dem Gleichgewicht zu bringen. Mit den Insekten verschwinden nichtnur Vögel, Fledermäuse und andere Tiere. Was den Insekten schadet, schadetletztlich auch uns Menschen: Verloren gehen auch wertvolle Leistungen, dieInsekten für die Menschen erbringen – von der Bestäubung, über die natürlicheSchädlingsbekämpfung, die Gewässerreinigung bis hin zur Erhaltung fruchtbarerBöden.“

Die Eckpunkte zum Aktionsprogramm Insektenschutz findenSie unter www.bmu.de/N54522   

Weitere Informationen zum Thema Insekten samtVideo-Statement der Bundesumweltministerin gibt es hier: www.bmu.de/insektenschutz

 Informationen zum „Bundesprogramm Biologische Vielfalt“können abgerufen werden unter: https://biologischevielfalt.bfn.de/insektenaufruf.html



Copyright: © Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (20.06.2018)
 
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