Deutschland tritt Allianz der Kohleausstiegsländer bei

Schulze erklärt Beitritt am Rande des New Yorker Klimagipfels

Deutschland tritt der internationalen Allianz f√ľr den Kohleausstieg bei. Das hat Bundesumweltministerin Svenja Schulze heute in New York am Rande des Klimagipfels des UN-Generalsekret√§rs erkl√§rt. Die sogenannte ‚ÄěPowering Past Coal Alliance‚Äú umfasste bislang 30 nationale Regierungen sowie Regionen und Unternehmen. Als viertgr√∂√üte Volkswirtschaft der Welt sendet Deutschland mit dem beschlossenen Kohleausstieg und dem Beitritt zur Allianz ein starkes Signal f√ľr ambitionierten Klimaschutz auf der internationalen Ebene. 

Schulze: ‚ÄěDer Kohleausstieg ist ein zentraler Baustein f√ľr den weltweiten Klimaschutz. In Deutschland haben wir einen gesellschaftlichen Kompromiss erarbeitet, der den schrittweisen Kohleausstieg mit dem Aufbau neuer, zukunftsf√§higer Jobs f√ľr die betroffenen Regionen verbindet. Mit den Beschl√ľssen des Klimakabinetts bekennt sich die Bundesregierung offiziell zum Kohleausstieg. Damit k√∂nnen wir endlich auch der Allianz der Kohleausstiegsl√§nder beitreten. Diese Allianz zeigt, dass die Kohleverstromung in den verschiedensten Teilen der Welt zum Auslaufmodell wird. Wenn ein gro√ües Industrieland wie Deutschland sich von Atom und Kohle verabschiedet und seine Energieversorgung schrittweise vollst√§ndige auf erneuerbare Energien umstellt, ist das auch ein starkes Signal f√ľr andere Teile der Welt. Daher unterst√ľtzen wir auch insbesondere Entwicklungsl√§nder beim Umbau ihrer Energieversorgung. Ich bin √ľberzeugt, dass dieser Weg unsere Energieversorgung auf Dauer moderner machen und die Entwicklung neuer Technologien voranbringen wird.‚Äú

Die ‚ÄěPowering Past Coal Alliance‚Äú wurde am Rande der Weltklimakonferenz in Bonn im November 2017 gegr√ľndet. In ihr bekennen sich insgesamt mehr als 80 nationale Regierungen, Regionen sowie Unternehmen dazu, den Bau neuer Kohlekraftwerke zu stoppen, die internationale Kohlefinanzierung zu beenden, ein Datum f√ľr den Kohleausstieg festzulegen und ihre nationalen Klimaschutzma√ünahmen auf die Ziele des Pariser Klimaabkommens auszurichten. 

Deutschland hat mit den Beschl√ľssen des Klimakabinetts am 20. September hierf√ľr die Weichen gestellt. Bis sp√§testens 2038 sollen schrittweise alle Kraftwerke mit einer Gesamtleistung von 42,5 GW vom Netz genommen werden, nach M√∂glichkeit auch schon bis 2035. Bis 2030 soll die Kraftwerksleistung auf 17 GW reduziert werden. Im Januar hatte die von der Bundesregierung eingesetzte Kommission f√ľr ‚ÄěWachstum, Strukturwandel und Besch√§ftigung‚Äú zudem Empfehlungen erarbeitet, wie betroffene Regionen bei der Gestaltung eines sozial-gerechten Wandels unterst√ľtzt werden k√∂nnen.

Dar√ľber hinaus beschloss die Kreditanstalt f√ľr Wiederaufbau (KfW) im Juli dieses Jahres, die Finanzierung von neuen Kohleprojekten komplett einzustellen. Das Bundesumweltministerium legt zudem einen Schwerpunkt seiner Entwicklungszusammenarbeit auf die Unterst√ľtzung von Partnerl√§ndern beim Kohleausstieg.

2016 betrugen die Emissionen der Kohlekraftwerke rund 256 Mio. Tonnen CO2 und machten 28 Prozent der Gesamtemissionen Deutschlands aus. Bis 2030 will Deutschland seine Treibhausgasemissionen um 55% senken. Gleichzeitig schreitet die Energiewende voran. In der ersten Jahreshälfte 2019 deckten erneuerbare Energien 44 Prozent des Stromverbrauchs. Ihr Anteil soll bis 2030 auf 65 Prozent steigen.



Copyright: © Bundesministerium f√ľr Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (22.09.2019)
 
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