Vorschau auf das 30. Kasseler Abfall- und Ressourcenforum: Die Anforderungen an die Kreislaufwirtschaft steigen

Viele Themen führen nach Kassel: Quoten, Verpackungsgesetz, Gewerbeabfallverordnung, Düngerecht, Kompostqualität, MVA-Kapazitäten, Altholzmarkt, Fortschreibung Deponierecht. Vom 10. bis 12. April 2018 veranstaltet das Witzenhausen-Institut das 30. Kasseler Abfall- und Ressourcenforum erstmalig in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft Stoffspezifische Abfallbehandlung (ASA e.V.).

Aufgrund des von der Bundesregierung beschlossenen novellierten Düngerechts herrscht große Unsicherheit über die Perspektiven der Kompostvermarktung in der Landwirtschaft.

(01.02.2018) Wie in den vergangenen Jahren werden zur Jubiläumsveranstaltung rund 850 Teilnehmer sowie circa 60 Fachaussteller in Kassel erwartet. Zentrales Thema der Veranstaltung ist die weitere Umsetzung einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft im Spannungsfeld steigender rechtlicher Anforderungen und Preise.

Nachdem die Bundesregierung noch vor Weihnachten die Stoffstrombilanzverordnung als letztes Glied des novellierten Düngerechts beschlossen hat, herrscht große Unsicherheit über die Perspektiven der Kompostvermarktung in die Landwirtschaft. Aus Sicht der Landwirtschaft heißt es „Gülle first“, sodass sich die Verwerter von Komposten hinten anstellen müssen. Dies wird sicherlich nicht nur zu regionalen Engpässen, sondern auch zu steigenden Preisen in der Bioabfallbranche führen. Dies obwohl der Anteil an Komposten und Gärresten im Vergleich zu den gesamten organischen Düngemitteln verschwindend gering ist und die positive Wirkung von Bioabfallkomposten auf Boden und Ertrag hinreichend bekannt ist.

Das Witzenhausen-Institut veranstaltet das 30. Kasseler Abfall- und Ressourcenforum (10.-12.4.2018) erstmalig in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft Stoffspezifische Abfallbehandlung (ASA e.V.).

Neben den erschwerten düngerechtlichen Anforderungen werden zunehmend auch die Fremdstoffe im Bioabfall zum Problem, insbesondere die Kunststoffe. Auch dadurch ist mit deutlichen Kostensteigerungen zu rechnen. Interessant ist, dass im Ländervergleich Österreich, Schweiz und Italien unterschiedliche Lösungsansätze zur Verringerung der Fremdstoffproblematik propagiert werden.
Aber auch die Umsetzung des Verpackungsgesetzes liefert viel Stoff zur Diskussion. Nicht erst mit dem Ausstieg Chinas aus den Altkunststoffimporten ist klar, dass der Weg zu einer hochwertigen Kunststoffverwertung mit einer Steigerung der Recyclingquoten von heute 36 Prozent auf 63 Prozent erheblicher Anstrengungen bedarf. Auch wenn die Menge an Verpackungskunststoffen, die nach China exportiert wurde, vergleichsweise gering war, wird dies sowohl von der privaten als auch der kommunalen Entsorgungswirtschaft als Chance verstanden, mehr in Richtung Kreislaufwirtschaft zu bewegen.
Kapazitäten, Preise, aber auch der abfallwirtschaftliche Vollzug bestimmen maßgeblich den Lauf der Abfallströme. Wie ist die Auslastung der Müllverbrennungsanlagen in Deutschland? Was passiert mit den Altholzkraftwerken nach dem EEG? Wohin entwickelt sich der Markt für Siebüberläufe? Wie gehen wir mit der Gewerbeabfallverordnung um? Wo stehen wir im Vergleich zu anderen? Wohin geht die abfallwirtschaftliche Reise?
Dies sind nur einige der spannenden Fragen, die auch in diesem Jahr von über 60 namhaften Referenten aus Politik, Wissenschaft, kommunaler und privater Abfallwirtschaft sowie von Verbänden präsentiert und diskutiert werden. Die Teilnahmegebühr für die dreitägige Tagung beträgt 490 Euro bzw. 390 Euro für Angehörige von Behörden und Hochschulen (zzgl. MwSt.).

www.witzenhausen-institut.de

Unternehmen, Behörden + Verbände: Witzenhausen-Institut (Witzenhausen)
Autorenhinweis: Dr.-Ing. Michael Kern (Witzenhausen-Institut)
Fotos: Martin Boeckh



Copyright: © Deutscher Fachverlag (DFV)
Quelle: Newsletter 1/2018 (Februar 2018)
Seiten: 0
Preis inkl. MwSt.: € 0,00
Autor:

Artikel weiterleiten Artikel kostenfrei anzeigen Artikel kommentieren


Diese Fachartikel könnten Sie auch interessieren:

Leistungen der österreichischen Reparaturszene für Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben (11/2020)
RepaNet koordiniert nun seit 2017 das Netzwerk der österreichischen Reparaturinitiativen und unterstützt seine Entwicklung, um gemeinschaftlich organisierte Möglichkeiten für Reparatur im Sinne von DIY („Do It Yourself“) zu fördern und das gesellschaftliche Bewusstsein für achtsamen Umgang mit Ressourcen zu stärken.

Leitfaden für den nachhaltigen Umgang mit Abfällen in besonders geschützten Naturgebieten in Russland
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben (11/2020)
Besonders geschützte Naturgebiete spielen eine Schlüsselrolle bei der Erhaltung der Artenvielfalt und der Diversität der natürlicher Ökosysteme. Im Jahr 2017 besuchten rund 11 Millionen russische und ausländische Touristen die besonders geschützten Naturgebiete in Russland und der Touristenstrom soll bis 2021 auf 15 Millionen Menschen pro Jahr ansteigen, was die Bevölkerung Österreichs um das 1,7-fache übertrifft. Die Entwicklung des Tourismus in besonders geschützten Naturgebieten geht mit der Erhöhung des aufkommenden Abfallvolumens einher. Im Sommer 2019 wurde im Rahmen einer Initiative der Agentur für strategische Initi-ativen (Russland) gemeinsam mit der Lake Baikal Foundation for Environmental Applications and Research das Leitfaden für den nachhaltigen Umgang mit Abfällen in besonders geschützten Naturgebieten entwickelt.

Planung und Umsetzung von „Deponie auf Deponie“-Vorhaben in Deutschland
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben (11/2020)
Die Zentraldeponie Hubbelrath übernimmt im Raum Düsseldorf eine wesentliche Entsorgungsfunktion. Da das verfügbare Deponievolumen der Deponieklasse II (DK II) weitgehend erschöpft war, wurde nach vorheriger Durchführung eines Planfeststel-lungsverfahrens zwischenzeitlich mit dem Bau der Süderweiterung begonnen. Geplant ist die Realisierung einer Gesamtdichtungsfläche von ca. 15,4 ha, wovon ca. 4,9 ha sich an den vorhandenen Altkörper anlehnen. Hier wird eine bifunktionale Dichtung errichtet, die sowohl als Oberflächenabdichtung für den unterlagernden Deponiekörper, als auch als Basisabdichtung für den neuen Deponieabschnitt (ebenfalls Deponieklasse II) dient. Auf diese Weise wird ein zusätzliches Ablagerungsvolumen von ca. 2,6 Mio.m³ geschaffen.

Baggerseen sind Refugien für die Artenvielfalt
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (10/2020)
Ein Forschungsprojekt zeigt neue Wege für den Artenschutz an künstlichen Gewässern. Untersucht werden positive und negative Einflüsse von Angelvereinen und deren Gewässernutzung auf die gewässergebundene Biodiversität.

Aktives Flächenmanagement zur Vorbereitung von Fließgewässerrenaturierung
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (10/2020)
Maßnahmen zur Renaturierung von Fließgewässern benötigen Flächen, die im Regelfall Nutzungen zugeführt sind. Vorausschauendes Flächenmanagement sowie Kooperation und partizipatives Vorgehen sind hier notwendig, um die Belange der Grundstückseigentümer aufgreifen zu können und die benötigten Flächen verfügbar zu machen. Am Beispiel vom Vorpommern wird dieses prospektive und stategische Flächenmanagement vorgestellt.

Name:

Passwort:

 Angemeldet bleiben

Passwort vergessen?

Leichtweiß-Institut
Physikalische und biologische
Aufbereitungs- und Behandlungs-
technologien, TU Braunschweig

ecovio® -
Erster Kunststoff der
BASF auf Basis nach-
wachsender Rohstoffe