Rückblick auf 12. Eco Expo Asia in Hong Kong: Umweltgerechte Ver- und Entsorgung einer Megacity

Vom neuen Hyundai IONIQ Elektroauto über Urban Farming bis zur Nano Bubble-Technik für Wasserhähne reichte das breite Spektrum umweltfreundlicher Produkte und Technologien auf der Eco Expo Asia. In zehn Produktzonen stellten 340 Aussteller vom 26.-29. Oktober 2017 ihre Entwicklungen für Energieeffizienz, Transport, Abfallbehandlung und -recycling, Wasseraufbereitung und Qualitätsmanagement vor. Unter den 14 internationalen Gemeinschaftsständen war erstmals auch ein von Bayern International organisierter Pavillon mit dem Schwerpunkt Wasserqualitäts-Management vertreten.

Die nächste Auflage der Eco Expo Asia findet vom 25. bis 28. Oktober 2018 wieder in Hong Kong statt.
(01.02.2018) Premiere feierte auf der vom Hong Kong Trade Development Council (HKTDC) und der Messe Frankfurt (HK) Ltd. organisierten Fachmesse auch eine Startup-Zone, in der sich 15 junge Unternehmen präsentierten. Darunter Jacky Instruments Ltd. mit einem smarten Thermostat, mit dessen Hilfe sich bis zu 40 Prozent Energie bei Kühlaggregaten einsparen lässt, und Erth Ltd., das den Bambus von Baugerüsten recycelt. Dass die Ideen der Startups ankamen, bestätigte unter anderem Unternehmerin Michelle Hong, die Interesse an ihrem Konzept für grüne Wände und die Agrarproduktion auf Dächern aus verschiedenen Ländern, darunter Deutschland, verzeichnete. Gefragt war auch die Software des Unternehmens, die Workshops und Ausbildungsprogramme beinhaltet.
 
Testfahrten mit Elektromobilen
Bei Elektrofahrzeugen und Ladestationen stellte Hyundai erstmals in Hongkong sein IONIQ Elektroauto vor. Die Kapazität der schnell ladenden Hochleistungsbatterie reicht für einen Radius von bis zu 280 Kilometern. Aus Deutschland kamen die E-Scooter NOVA 2000W und NOVANTIC C2000 der emco electroroller GmbH aus Lingen (Ems). Sie konnten ebenso wie die Autos von den Besuchern für Testfahrten gebucht werden. Das Hongkonger Unternehmen LaPlace Electric Ltd. präsentierte vor Ort sein evMega-Ladesystem für Elektroautos.
Neuheiten gab es in vielen Sektoren. So stellte etwa das Hong Kong Nano and Advanced Materials Institute Ltd. seine Nano Bubble-Technologie vor. Die Nano-Bläschen helfen bei der Sterilisation von Lebensmitteln und der Reinigung. Das Aluminium-Luft Stromsystem von ACTXE Ltd. nutzt die chemische Reaktion zwischen Aluminium und Luft zur Stromerzeugung ohne toxische Rückstände. Ein weiterer Vorteil: Das Aluminium kann recycelt und später erneut verwendet werden. Das japanische Unternehmen Takachiho Shirasu Corp. entwickelte Shirasu-Kabe, ein bereits ausgezeichnetes, rein natürliches Verputzmaterial für Innenwände. Es kann Gerüche mindern, flüchtige organische Verbindungen (VOC) absorbieren und wirkt temperaturregulierend.
 
Blick in die Zukunft: die Eco Asia Conference
An der diesjährigen Eco Asia Conference nahmen rund 50 Vertreter von Regierungsorganisationen sowie Experten aus 10 Ländern teil, die sich über umweltfreundliche Strategien und Geschäftschancen, Abfallmanagement und Smart Sponge Cities austauschten. Die Konferenz wurde durch das Green Transportation Forum ergänzt, auf dem Elektro-Fahrzeuge, Schiffe mit Elektroantrieb sowie umweltfreundliche öffentliche Verkehrsmittel im Zentrum standen.
Erstmals gab es auf der Messe einen bayerischen Pavillon von Bayern International. Mit dabei waren die Firmen Blobel Umwelttechnik, Huy Trading, IBS Technics, Jaeger Umwelt-Technik und Entsorgungstechnik Bavaria. Maria Schmid, Manager Fachmessen und Ausstellungen bei Bayern International: „Die EcoExpo Asia präsentiert eine große Bandbreite von Produkten im Umweltsektor und ist eine interessante Perspektive für unsere bayerischen Unternehmen. Hongkong bietet uns viele Chancen, neue Kontakte zu knüpfen.“
 
Die Klärschlamm-Verbrennungsanlage von Hong Kong ist die derzeit größte der Welt.
Ver- und Entsorgung
Neue Zeiten brechen in der zehn-Millionen-Megacity bei der Ver- und Entsorgung an. Großes Interesse weckte zum Beispiel eine neue Recyclinganlage der Alba Group in Hong Kong, die in diesen Tagen ihren offiziellen Betrieb aufnehmen wird. Nachdem China seine Grenzen nicht nur für Plastikabfälle sondern auch für Elektroschrott geschlossen hat, der über Jahre hinweg auf illegalen Wegen über Hong Kong ins Reich der Mitte gesickert war, bieten sich der ehemaligen britischen Kronkolonie hier nun ein fast neuer Wirtschaftszweig, auf dem sich auch so manches Startup versucht, zu etablieren.
Während auf der letzten Eco Expo die weltgrößte Klärschlamm-Verbrennungsanlage in ihrem futuristischen Design nur als Videoanimation vorgestellt wurde, steht diese nun eine halbe Autostunde von der City entfernt mit einem modernen Besucherzentrum jedermann zur Besichtigung offen. In der von Veolia errichteten Anlage werden nun jährlich 2000 Tonnen Schlamm von 11 Kläranlagen der Region und von 7,2 Mio. Einwohnern behandelt.
Auf dem sieben Hektar großen Grundstück mit Blick auf Deep Bay und die benachbarte chinesische Industriemetropole Shenzhen entspricht die 360 Meter lange und 50 Meter hohe Anlage von Veolia den Umweltstandards, die die Regierung von Hongkong im Rahmen ihrer Strategie der nachhaltigen Abfallwirtschaft forderte. Da die Anlage kein Abwasser ableitet und den Schlamm in Strom umwandelt, bietet sie eine absolut saubere und ökologische Lösung für eine der am schwierigsten zu behandelnden Formen der städtischen Verschmutzung.
Ein Teil der Wärme dient einem öffentlichen Wellness-Zentrum mit Sauna und Schwimmbad. Der gewonnene Strom wird überwiegend selbst genutzt und nur zum kleinen Teil ins öffentliche Netz eingespeist. Der Strom dient auch zum Betrieb einer Meerwasserentsalzungsanlage, die das für den Betrieb des Standorts erforderliche Prozesswasser liefert.
Auch wenn eine Phosphor-Rückgewinnung derzeit nicht vorgesehen ist, so entlastet die Klärschlamm-Anlage zumindest die überquellenden Deponien der Region – eine der wichtigsten Umweltaufgaben zur Zukunft. Künftig müssen nur noch 10 Prozent des Klärschlammvolumens in Form von Asche deponiert werden.
 
Die nächste Auflage der Eco Expo Asia findet vom 25. bis 28. Oktober 2018 wieder in Hong Kong statt.
 
http://m.hktdc.com/fair/ecoexpoasia-en/
 

Unternehmen, Behörden + Verbände: Hong Kong Trade Development Council (HKTDC), Messe Frankfurt (HK) Ltd.
Autorenhinweis: Martin Boeckh
Fotos: M. Boeckh



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Quelle: Newsletter 1/2018 (Februar 2018)
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