Kein Abfall ins Abwasser: Die Vakuumtechnologie ist für die Lebensmittelindustrie besonders interessant

Von Kartoffelschalen bis Blut: Bei der Lebensmittelproduktion fallen meist große Abfallmengen an, die nur bedingt weitergenutzt werden und die durch die damit verbundenen Reinigungsprozesse zu einem hohen Abwasseraufkommen führen. Im EU-Projekt ‚BioSuck’ entwickelt Fraunhofer UMSICHT gemeinsam mit einer internationalen Arbeitsgruppe neue Wege für das Abwasser- und Abfallmanagement in der Lebensmittelindustrie.

Foto: M. Boeckh (02.05.2017) Im Mittelpunkt des Projekts ,BioSuck’ steht die Stoffstromtrennung von Abfall- und Abwasserströmen in der Lebensmittelindustrie. Die Lebensmittelindustrie ist dadurch charakterisiert, dass mindestens täglich eine Reinigung von Behältern, Rohrleitungen und Maschinen erfolgen muss, um die Lebensmittelsicherheit zu gewährleisten. Das erfolgt mit Clean-in-place-Systemen (CIP), die zu einem großen Teil zur Abwasserbelastung der Lebensmittelindustrie beitragen. Hinzu kommt aber auch Abwasser aus verschiedenen Verarbeitungsprozessen (z.B. Waschen von Gemüse usw.).
Jeder einzelne Prozessschritt führt zu einem Abwasser mit einer bestimmten organischen Belastung, das entweder aus dem Prozess selbst resultiert oder aus dem Grad der Verschmutzung der Anlagenteile und der nachgeschalteten notwendigen Reinigung. Zudem unterscheidet sich die Zusammensetzung des Abwassers hinsichtlich des Fett-, Zucker- und Proteinanteils, um nur einige zu nennen. Wichtig ist auch die Frage, wie groß die Menge an nicht löslichen Stoffen im Abwasser ist. Die Grundidee hinter ,BioSuck’ ist, dass anstelle eines normalen Abwassersystems ein Vakuumsystem zum Transport des Abwassers installiert werden sollte...
Unternehmen, Behörden + Verbände: Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT, IWR Ingenieurbüro für Wasserwirtschaft und Ressourcenmanagement GmbH, Aqseptence Group GmbH, Technisch-Naturwissenschaftliche Universität Norwegens (NTNU), Institut für Ökologie in Gewerbegebieten (IETU), Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Autorenhinweis: Dr.-Ing. Christoph Glasner, Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT
Foto: M. Boeckh



Copyright: © Deutscher Fachverlag (DFV)
Quelle: Nr. 3 - Mai 2017 (Mai 2017)
Seiten: 3
Preis inkl. MwSt.: € 4,00
Autor: Dr.-Ing. Christoph Glasner

Artikel weiterleiten In den Warenkorb legen Artikel kommentieren


Diese Fachartikel könnten Sie auch interessieren:

Environmental-economic impact assessment of business models in the Austrian waste economy
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben (11/2020)
The dynamic macroeconomic one-region and multi-sector model WIFO.DYNK (dynamic new-Keynesian) was adapted to model the employment and value-added impacts of the Austrian waste economy in this respect. It is based on the most recent input-output tables of Statistics Austria.

Erfahrungen mit der biologischen Abbaubarkeit von kompostierbaren Kaffeekapseln
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben (11/2020)
In Österreich kommen verstärkt Kaffeekapseln auf den Markt, die als „kompostierbar“ bzw. „biologisch abbaubar“ gekennzeichneten werden. Diese Entwicklung wird von Konsumenten als positiv wahrgenommen, ist jedoch aus abfallwirtschaftlicher und umwelttechnischer Sicht als kritisch zu betrachten. Denn in bisherigen Studien (van der Zee & Molenveld 2020; Rameder 2018; Shrestha et al. 2020), war die Desintegration der zumeist aus PLA bestehenden Kapseln in Labor-versuchen und in der Praxis nach den Anforderungen der EN 13432 nicht in ausrei-chendem Maße gegeben. Die bisherigen Erkenntnisse werden durch die eigenen Ergebnisse der experimentellen Untersuchungen an vier am österreichischen Markt erhältlichen „kompostierbaren“ Kaffeekapseln nur bestätigt. Erfahrungen der österreichischen Abfallwirtschaftsverbände zu dieser Thematik stützen im Wesentlichen die Erkenntnis, dass die derzeitige Entwicklung in Richtung biologisch abbaubare Kunststoffe für das Produkt Kaffeekapsel nach dem derzeitigen Stand der Erkenntnisse und Erfahrungen nicht sinnvoll erscheint.

Leistungen der österreichischen Reparaturszene für Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben (11/2020)
RepaNet koordiniert nun seit 2017 das Netzwerk der österreichischen Reparaturinitiativen und unterstützt seine Entwicklung, um gemeinschaftlich organisierte Möglichkeiten für Reparatur im Sinne von DIY („Do It Yourself“) zu fördern und das gesellschaftliche Bewusstsein für achtsamen Umgang mit Ressourcen zu stärken.

The circular packaging design guideline and holistic sustainability assessment in circular economy
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben (11/2020)
The FH Campus Wien Circular Packaging Design Guideline provide recommendations for circular design for the whole supply chain. Circular design is a necessary prerequisite to achieve the goals of the European Circular Economy Package which requires full recyclability of packaging by 2030. Circular packaging should re-duce resource consumption and environmental impacts of packaging. The assessment of packaging sustainability requires the calculation of direct and indirect environmental impacts and circularity at the same time. A method for holistic sustainability assessment of packaging has been proposed by FH Campus Wien and developed in an ECR-working group (Efficient Consumer Response) with the participation of a number of companies along the whole supply chain (brand owners, retailers, packaging manufacturers and packaging systems).

Was bedeuten neue Erkenntnisse zur Schlackenkonditionierung für die Abfallwirtschaft?
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben (11/2020)
In Österreich fallen jährlich rund 940.000 t Stahlwerksschlacken an (Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie 2020), davon rund 78.000 t Elektroofenschlacken (EOS) (Perz 2001). Die EOS der Marien-hütte in Graz sind dabei seit 2019 kein Abfall, sondern Nebenprodukt (Landesverwaltungsgericht Steiermark 2018) und werden als Baustoff eingesetzt (Marienhütte Stahl und Walzwerk GmbH 2020). Dieser Beitrag zur Kreislaufwirtschaft führte zu einem Konflikt zwischen den Produzenten natürlicher und industrieller Gesteinskörnungen (Oberösterreichische Nachrichten 2014), der durch den Erlass der Recycling-Baustoffverordnung geschlichtet wurde (Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft 2015). Auslaugverhalten von Stahlwerksschlacken zu vertiefen und Grundlagen für eine Op-timierung des Auslaugverhaltens zu legen, startete 2016 das Forschungsprojekt „MiLeSlag“ (FFG, Bridge Frühphase, Projekt-Nummer 851210), das von einem internationalen Konsortium, bestehend aus der Montanuniversität Leoben, der Bundesanstalt für Materialforschung und prüfung, dem Energy Research Centre of the Netherlands, dem FEhS-Institut für Baustoffforschung, der Marienhütte Stahl- und Walzwerk GmbH, der Max Aicher Umwelt GmbH, der Porr Umwelttechnik GmbH und der Scholz Austria GmbH umgesetzt wurde. Die abfallwirtschaftliche Relevanz der erzielten Projektergebnisse wurde bisher noch nicht ausreichend dargestellt und wird im Folgenden beleuchtet.

Name:

Passwort:

 Angemeldet bleiben

Passwort vergessen?

Leichtweiß-Institut
Physikalische und biologische
Aufbereitungs- und Behandlungs-
technologien, TU Braunschweig

ecovio® -
Erster Kunststoff der
BASF auf Basis nach-
wachsender Rohstoffe