Für eine „klobalisierte“ Welt

Die Verfügbarkeit von Toiletten ist für Menschen in Deutschland eine Selbstverständlichkeit. Ein Drittel der Weltbevölkerung hat jedoch keinen Zugang zu sanitärer Grundversorgung, was negative Folgen für Gesundheit und Umwelt hat. Mit Bildungsarbeit, Auslandsprojekten und Kampagnen steigert die German Toilet Organization seit über zehn Jahren das Bewusstsein für das Thema Klo.

Wasser und sanitäre Grundversorgung sind Menschenrechte. Dennoch haben nach Berechnungen der Vereinten Nationen 2,4 Mrd. Menschen keinen ausreichenden Zugang zu Toiletten. 950 Mio. Menschen praktizieren öffentliche Defäkation. Für die Betroffenen ist das eine menschenunwürdige Situation. Der fehlende Zugang zu sanitären Anlagen und Wasser birgt viele Risiken für Gesundheit und Umwelt. Grundwasser, Oberflächengewässer und Böden werden durch unkontrollierte Abflüsse belastet. Das Fehlen von Toiletten und hygienischer Abwasserentsorgung führt zu Krankheiten und Gefahren, insbesondere für Frauen, Ältere und Kinder. Jedes Jahr sterben laut Weltgesundheitsorganisation 842.000 Menschen in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen an den Folgen unzureichender Wasser- und sanitären Grundversorgung sowie Hygiene. Im Freien sein Geschäft zu verrichten, erhöht beispielsweise die Wahrscheinlichkeit von Durchfall und Wurminfektionen. Kinder, die schlechten Sanitär- und Hygienebedingungen ausgesetzt sind, leiden oft an Unterernährung und sind in ihrem Wachstum gehemmt.

Für eine nachhaltige Entwicklung sind Toiletten ohne Zweifel eine wichtige Voraussetzung. Dies ließ zur Jahrtausendwende auch die internationale Gemeinschaft aktiv werden. Die Halbierung des weltweiten Anteils an Menschen ohne Zugang zu verbesserter Sanitärversorgung wurde damals eine der zentralen Forderungen im Rahmen der Millenniums-Entwicklungsziele (MDGs) der Vereinten Nationen. 2015 zog die UN Bilanz. Zwar hatte ihr Maßnahmenkatalog einige Erfolge gebracht, viele Ungleichheiten bestanden allerdings fort und nicht überall wurden Fortschritte erzielt. In Anlehnung an die 8 MDGs wurden daraufhin 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) entworfen. Ziel 6 fordert, die Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung bis 2030 für alle zu gewährleisten.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasser und Abfall 04 2017 (April 2017)
Seiten: 3
Preis: € 10,90
Autor: Thilo Panzerbieter

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