Rahmenbedingungen und Kriterien für den Einsatz von Biokohle in Kalk- und Zementwerken.

Die Herstellung von Kalk- und Zement ist sehr energieintensiv. Bei den Brennprozessen herrschen in den Öfen Temperaturen von 800 – 1.400 °C bei der Erzeugung von Branntkalk bzw. von 800 bis 2.200 °C bei der Herstellung von Zementklinker. Traditionell wurden dafür fossile Energieträger eingesetzt. Die gebotenen Einsparungen bei den Kosten und den CO2-Emissionen fossilen Ursprungs fördern schon seit Jahrzehnten den Einsatz von geeigneten Sekundärbrennstoffen. Geeignet bedeutet im Wesentlichen: Sie müssen Primärbrennstoff und nach Möglichkeit CO2 fossilen Ursprungs substituieren. Sie dürfen die Qualität der Kalk- und Zementprodukte auch bei deren Anwendung nicht negativ beeinflussen. Ihr Einsatz muss bei den emissionsseitigen Auswirkungen im Einklang stehen mit der TA-Luft und ggf. mit der 17. BImSchV.

Biokohle, erzeugt nach dem Verfahren der Hydrothermalen Carbonisierung (HTC), die diese Kriterien erfüllt, ist grundsätzlich geeignet für den Einsatz zur Mitverbrennung in Kalk- und Zementwerken. Prinzipiell gilt dabei, je trockener und je feiner die Biokohle zum Einsatz kommt, desto besser ist ihr Ausbrandverhalten z. B. in den Ringschachtöfen der Kalkwerke- bzw. in den Drehrohröfen der Zementwerke. Die standortspezifischen Ofensysteme, die jeweilige Ausgangslage und die mögliche Zusatzbelastung bei den Emissionen erfordern eine individuelle Prüfung ob und in welchem Umfang Biokohle z. B. als Staub, Granulat oder als Stückgut zum Einsatz kommen kann. Darüber hinaus muss sich die Biokohle im Wettbewerb zu anderen Ersatzbrennstoffen, in einer Kosten- / Nutzenabwägung, also u. a. in Bezug auf den Heizwert und auf die Wirtschaftlichkeit behaupten.



Copyright: © ANS e.V. HAWK
Quelle: 73. Symposium 2012 (Oktober 2012)
Seiten: 9
Preis: € 0,00
Autor: Gerhard Hartmann

Artikel weiterleiten Artikel kostenfrei anzeigen Artikel kommentieren


Diese Fachartikel könnten Sie auch interessieren:

Alternative Rohstoffe in der Zementindustrie
© IWARU, FH Münster (2/2015)
Im Jahr 2013 wurden gut 62 % des gesamten Brennstoffenergiebedarfs der deutschen Zementindustrie durch den Einsatz geeigneter Abfälle substituiert. Dadurch konnten bundesweit mehr als 1.900.000 Tonnen Steinkohleeinheiten an Primärenergie eingespart werden.

Erzeugung von Ersatzbrennstoffen für die deutsche Zementindustrie
© TK Verlag - Fachverlag für Kreislaufwirtschaft (9/2010)
Rahmenbedingungen, Herkunft, Aufwand und Realisierung

Mapping air pollution: the city of Thessaloniki - Greece case study
© Aristotle University of Thessaloniki (6/2009)
Air pollution is a global problem that affects natural ecosystems and poses a significant human health risk. The main objective of this study is the evaluation and mapping of air pollution levels. This paper examines traditional and new techniques and processes of mapping a geographic phenomenon like air pollution, which requires spatial methods and algorithms.

A.RO.MA® – Einsatz von alternativen Rohmaterialien in der Zementproduktion
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben (11/2008)
In der Schweiz fallen jährlich 30 bis 40 Mio. m3 Aushub-, Abraum und Ausbruchmaterial an (BAFU 1999). Von der Menge her gesehen ist das der größte Abfallstrom. Weiter fielen 1997 11.1 Mio. t Bauabfälle an (BAFU 2001). Rund 10 Mio. t davon waren mineralische Bauabfälle wie Straßenaufbruch, Beton, Mischabbruch, Ausbauasphalt u.a. Bei den übrigen Materialien handelte es sich um brennbare Bauabfälle, Holz, Metalle und vermischte Bauabfälle. Gemäß BAFU (2001) wurden 81 % der Bauabfälle verwertet (direkt auf der Baustelle oder in Aufbereitungsanlagen), 15 % auf verschiedenen Deponietypen abgelagert und 4 % verbrannt.

Klärschlammentsorgung aus der Sicht der RWE Gruppe
© Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (6/2008)
Das Gesamtaufkommen von kommunalen Klärschlämmen in Deutschland betrug im Jahr 2006 rund 2,13 Millionen Tonnen Trockensubstanz (t TS). Die Verteilung des Klärschlammaufkommens auf die jeweiligen Bundesländer korrespondiert unmittelbar mit den Bevölkerungszahlen und den erzeugten Abwassermengen. Dementsprechend stellen Nordrhein-Westfalen mit 520.000 t TS, Bayern mit 297.000 t TS und Baden-Württemberg mit 276.000 t TS die Bundesländer mit den höchsten Aufkommen dar.

Name:

Passwort:

 Angemeldet bleiben

Passwort vergessen?