Einfluss der Landnutzung auf Kriterien des Wasserschutzes

In einer Metastudie [1, 2] wurden von den bestimmenden Landnutzungsformen in Deutschland (Ackerland, Grünland, Wald) jeweils die Bilanzkriterien (Gesamt-Zufuhr, Abfuhr, Saldo), die Nmin-Gehalte im Spätherbst, die Nitrat-Konzentrationen im Sickerwasser und die Auswaschung für den Nährstoff Stickstoff erfasst. In dieser Arbeit werden einige zusammenfassende Ergebnisse der Studie vorgestellt.

Die intensiven konventionellen Ackernutzungsformen repräsentieren in etwa die Situation in Deutschland vor 10 – 20 Jahren (Tabelle 1). Im intensiven Gemüsebau liegen die Gesamtzufuhren an Stickstoff bei 274 kg/ha und Jahr und die Salden weisen positive Werte um 141 kg N/ha auf, die N-Zufuhr-Effizienz liegt nur bei 49 %. Bei der intensiven Ackernutzung der Landwirtschaft sind N-Zufuhren um 234 kg/ha und Jahr und N-Salden von 112 kg/ha mit einer N-Effizienz um durchschnittlich 54 % zu verzeichnen. Für diese Formen der Ackernutzung konnten mittlere Nmin-Mengen von 72 kg, Nitratgehalte von 79 mg/l sowie eine mittlere Auswaschung von 60 kg N/ha veranschlagt werden, die entsprechenden Werte im intensiven Gemüsebau liegen zum Teil weit darüber. Als Effizienzkennzahl für das „Verschmutzungspotenzial" für ein Ertragsäquivalent von 100 kg N-Abfuhr müssen ein N-Saldo von 88 kg, ein Nmin-Wert von 57 kg sowie eine Auswaschung von 47 kg veranschlagt werden.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasser und Abfall 05/2010 (Mai 2010)
Seiten: 3
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Dr. Hartmut Kolbe

Artikel weiterleiten In den Warenkorb legen Artikel kommentieren


Diese Fachartikel könnten Sie auch interessieren:

Niedrigwasser-Informationsdienst in Bayern
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (5/2010)
Bayern hat im Jahr 2008 einen Niedrigwasser-Informationsdienst (NID) eingerichtet, der rechtzeitig Informationen über aktuelle und zu erwartende niedrige Abflüsse und Grundwasserstände, geringe Quellschüttungen sowie die Entwicklung der Wassertemperaturen und Sauerstoffgehalte in den Oberflächengewässern liefert. Mit einem Managementsystem soll künftig angemessen auf negative Auswirkungen reagiert werden.

Regelkonforme Grundwasserprobenahme
© wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH (8/2016)
Der Erftverband untersucht regelmäßig rund 2.500 Grundwassermessstellen in variierenden Zeitabständen. Hierbei können rund 600 verschiedene Inhaltsstoffe untersucht und nachgewiesen werden. Die Probenahmen werden nach exakten Vorgaben unter Berücksichtigung der Lage und der Beeinflussung der Messstellen durchgeführt. Fast 80 % dieser Messstellen haben einen Innendurchmesser von weniger als 80 mm und können unter Berücksichtigung der Anforderungen des Erftverbandes nach derzeitigem Stand der Technik ausschließlich mit einer leistungsfähigen 2“-Unterwasserpumpe beprobt werden, was die nachhaltige Bedeutung eines solchen Systems unterstreicht.

Trag- und Verformungsverhalten einer 100-jährigen Gewichtsstaumauer
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (6/2016)
Standsicherheitsberechnungen für bestehende Staumauern erfolgen heute auf der Basis der Finiten-Element-Methode unter Beachtung des nichtlinearen Materialverhaltens. Vorgestellt werden Ergebnisse einer solchen statischen Analyse an der über 100 Jahre alten Eder-Staumauer. Neben den Untersuchungen zum Nachweis des normenseitig geforderten, rechnerischen Standsicherheitsniveaus werden auch das Verhalten unter Gebrauchslasten und die Simulation der Bruchzustände beschrieben. Es erfolgt eine Gegenüberstellung mit Verformungswerten geodätischer Präzisionsmessungen.

Das neue Dichtungs- und Kontrollsystem am Sylvensteinspeicher
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (6/2016)
Der Sylvensteinspeicher wurde in den Jahren 2011 bis 2015 nach über 50-jähriger Betriebszeit durch eine zusätzliche Dichtwand im bestehenden Damm und Untergrund sowie mit einem neuen Sickerwasser-Messsystem – bestehend aus Dränagepfählen und einem Kontrollstollen – an den heutigen Stand der Technik angepasst. Diese Ertüchtigungsmaßnahmen sind auch Vorsorge gegen die Folgen möglicher Klimaveränderungen und die damit verbundene stärkere Beanspruchung der Talsperre. Die Baumaßnahmen mit Gesamtkosten von rund 23 Mio. € wurden aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert.

Normen, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit – Ingenieurmäßige Beurteilung im Talsperrenbau
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (6/2016)
Normen allein können nicht die ingenieurmäßige Beurteilung im Talsperrenbau ersetzen. Auch Rechenprogramme liefern nur Ergebnisse, die von der Qualität der Eingabedaten und des Programmes abhängen. Weiterhin steht das angestrebte Sicherheitsniveau in unmittelbarem Zusammenhang mit wirtschaftlichen Anforderungen und Möglichkeiten. In diesem Spannungsfeld liegt die ingenieurmäßige Beurteilung von Planung, Bauausführung und Überwachung von Talsperren. In dem Beitrag werden Beispiele aufgezeigt, bei denen dieses „Engineering Judgment“ (nach Ralf B. Peck) fehlte. Engineering Judgment bedarf der Kenntnis von Theorie, Berechnung, Konstruktion und vor allem auch der praktischen Erfahrung. Schon in den 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts hat der weltweit geschätzte Praktiker und Professor für Geotechnik Peck die Frage gestellt: „Where has all the Judgment gone?“ Engineering Judgment bedingt Theorie und Praxis: Das Wappen des weltweit berühmten Massachusetts Institute of Technology (MIT) beinhaltet die Intelligenz des Geistes und der Hände („mens et manus“) – der Ingenieur sollte beides vereinen.

Name:

Passwort:

 Angemeldet bleiben

Passwort vergessen?