Niedrigwasser-Informationsdienst in Bayern

Bayern hat im Jahr 2008 einen Niedrigwasser-Informationsdienst (NID) eingerichtet, der rechtzeitig Informationen über aktuelle und zu erwartende niedrige Abflüsse und Grundwasserstände, geringe Quellschüttungen sowie die Entwicklung der Wassertemperaturen und Sauerstoffgehalte in den Oberflächengewässern liefert. Mit einem Managementsystem soll künftig angemessen auf negative Auswirkungen reagiert werden.

Mit seinen großen Flussgebieten Donau und Main und einem mittleren Jahresniederschlag von ca. 940 mm ist Bayern ein wasserreiches Land. In der Vergangenheit hat Bayern längere Trockenperioden recht gut bewältigt. Können Dürren und Niedrigwasser künftig in Zusammenhang mit dem Klimawandel zu einem Problem werden? Dürren unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht von anderen Naturgefahren: sie sind ein „schleichendes Phänomen", dessen Anfang und Ende schwierig zu bestimmen ist. Die Auswirkungen sind zunächst weniger offensichtlich, dennoch sind die wirtschaftlichen Schäden nicht weniger verheerend. Dürren haben meist eine größere räumliche Ausdehnung als andere Naturgefahren wie beispielsweise Hochwasser. Die letzte große Trockenperiode im Sommer 2003 hat das Ausmaß der Schäden auf besonders drastische Weise gezeigt: deutschlandweit entstand nach Angaben der Münchener Rückversicherung von Juni bis August 2003 ein Gesamtschaden von mehr als 1,2 Milliarden Euro. Im Vergleich dazu waren die durch das Hochwasser im August 2005 verursachten Schäden von 160 Mio. Euro geradezu gering



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasser und Abfall 05/2010 (Mai 2010)
Seiten: 5
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Dr. Michael Altmayer
Katja Moritz
Dr. Alfons Vogelbacher

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