Präqualifikation und Bewertung von Dienstleistungsfirmen am Beispiel eines Energieversorgers

Durch die zunehmende Verlagerung der Wertschöpfung gewinnt die Lieferantenauswahl als Erfolgsfaktor an Bedeutung. Als Ursache wird die unzureichende Kenntnis hinsichtlich Fachkompetenz, Leistungsfähigkeit und Eignung der Lieferanten sowie das Interesse der Auftraggeber, sich gegen Haftungsansprüche im Schadensfall abzusichern, gesehen. Zudem besteht für die Energieversorger eine gesetzliche Verpflichtung, die Qualifikation der beauftragten Dienstleistungsfirmen zu prüfen und über eine entsprechende Nachweisdokumentation zu verfügen. Ziel der Implementierung des Präqualifikations- und Bewertungsverfahrens für die EnBW Regional AG ist es, ein detailliertes Bild über die Bewerberfirmen zu gewinnen und einen Pool an qualifizierten Lieferanten aufzubauen. Zusätzlich dient ein solches Verfahren zur Verringerung von Qualitätsmängeln verursacht durch die eingesetzten Lieferanten, zur Identifizierung von Ansatzpunkten der Lieferantenentwicklung, um Kosten- und Aufwand zu reduzieren.

Bislang mussten die Lieferanten in jedem Vergabeverfahren bestimmte Nachweise fur ihre Eignung erbringen. Folge war ein erheblicher Kosten- und Zeitaufwand fur Bewerberunternehmen und Auftraggeber. Um Aufschluss uber die Kompetenz der Lieferanten zu erhalten, kann daher die Einführung von Präqualifikationsverfahren zweckdienlich sein. Die Herausforderung für die Unternehmen besteht in einer möglichst effizienten Gestaltung eines solchen Verfahrens. Demgegenüber kann die richtige Lieferantenauswahl Kosten einsparen. Dies belegt eine Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit. Diese Studie kam nach einer quantitativen Schätzung zu dem Ergebnis, dass deutsche Unternehmungen durch die Implementierung von Präqualifikationsverfahren eine Kostenreduzierung von etwa 2 % des Vergabevolumens realisieren können.
Die Energiebranche ist genau mit diesen Problematiken konfrontiert. So sind die Energieversorger gesetzlich dazu verpflichtet, eine Überprüfung der Qualifikation und Leistungsfähigkeit der beauftragten Dienstleistungsfirmen vorzunehmen und über eine entsprechende Nachweisdokumentation zu verfügen. Bei der Implementierung von Präqualifizierungsverfahren sind in dieser Branche spezielle Vorschriften zu beachten.
Vor diesem Hintergrund hat sich bei der EnBW Regional AG mit der Einführung des Präqualifikations- und Bewertungsverfahrens für Dienstleistungsunternehmen ein umfangreiches, an den Bedürfnissen der EnBW Regional AG sowie an gesetzlichen Regelungen ausgerichtetes Qualifizierungsverfahren etabliert.



Copyright: © Vulkan-Verlag GmbH
Quelle: GWF 03/2012 (März 2012)
Seiten: 6
Autor: Dipl. oec. Sandra Gonka
Thomas Bruderhofer

Die Bibliothek und die Kaufoptionen sind umgezogen zu https://library.wasteculture.com

Bereits erworbene Artikel können weiterhin über myASK abgerufen werden.


Diese Fachartikel könnten Sie auch interessieren:

Liquidität inbegriffen - Vermietung von Bau- und Entsorgungsfahrzeugen
© Deutscher Fachverlag (DFV) (5/2006)
Die Easy Rent Truck + Trailer GmbH aus Alsdorf bei Köln vermietet Bau- und Entsorgungsfahrzeuge an Kunden, die nur über einen begrenzten Zeitraum ein solches Fahrzeug benötigen und für die sich eine kostspielige Anschaffung nicht lohnt. Eine offensichtlich lukrative Marktlücke.

Erfahrungen aus dem Benchmarking in der Wasserwirtschaft
© IWARU, FH Münster (5/2005)
In den letzten Jahren haben sich die Rahmenbedingungen der Wasserwirtschaft deutlich verändert. Neben der Qualität und der Sicherheit der Wasserver- und Abwasserentsorgung rücken immer mehr die Kosten- und Gebührenentwicklung sowie die Wirtschaftlichkeit von Maßnahmen und des Anlagenbetriebes in den Vordergrund. Gestiegene Anforderungen an die Siedlungswasserwirtschaft machen zudem erhebliche Aufwendungen für die qualitative und quantitative Verbesserung der Abwasserreinigung erforderlich. Gleiches wird für die Bereiche Abwasserableitung und Regenwasserbehandlung sowie Gewässerbewirtschaftung erwartet.

Benchmarking als betriebliches Controllinginstrument Kennzahlen und Benchmarking – Bedeutung für die betriebliche Steuerung
© IWARU, FH Münster (5/2005)
Wirtschaftlichkeitssteuerung ist verbunden mit der Suche nach Kostensenkungspotenzialen. Hierzu benötigen kommunale Abfallwirtschafts- und Städtereinigungsbetriebe Anregungsinformationen, d.h. Informationen darüber, in welchen Leistungsbereichen Möglichkeiten der Effizienzsteigerung bestehen. Private Unternehmen orientieren sich dazu im wesentlichen an der Preisentwicklung auf ihren Absatzmärkten. Diese Marktpreis- Informationen fehlen den kommunalen Betrieben naturgemäß.

Benchmarking – Stand und Entwicklung bei der thermischen Abfallbehandlung
© Veranstaltergemeinschaft Bilitewski-Faulstich-Urban (3/2003)
Mit dem Inkrafttreten des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes (KrW-/AbfG) am 7. Oktober 1996 haben sich die Rahmenbedingungen in der deutschen Abfallwirtschaft spürbar verändert.

Mehr Service gefragt - Von Stiefmütterchen, Schwarzen Schafen und Preussen
© Deutscher Fachverlag (DFV) (12/2002)
Immerhin, die Entsorger bekommen auch in der neuen Auflage der ASK-Abfallwirtschaftsstudie zur Kundenzufriedenheit gute Noten von ihren Kunden. Dennoch fördert der Branchenvergleich auch Sorgenkinder im Markt zu Tage: Vor allem die Wohnungsbaugesellschaften werden von ihrem Entsorger eher stiefmütterlich behandelt. Die Gründe für die geringe Zufriedenheit sind weniger in den Kerndienstleistungen der Entsorger zu suchen. Vielmehr sind es unterdurchschnittlich bewertete Servicezufriedenheit und Mängel in der Informationspolitik der Entsorger, die eine höhere Kundenzufriedenheit verhindern.

Name:

Passwort:

 Angemeldet bleiben

Passwort vergessen?