Gefährdungsbetrachtung von Speichersystemen in PV-Anlagen durch Wasser und dessen potenzielle Auswirkung auf den Batteriespeicher

Speichersysteme in PV-Anlagen können durch Wasser gefährdet werden. Hochwasserereignisse oder urbane Sturzfluten bedeuten ein erhöhtes Risiko, dass diese Anlagen Kontakt mit Wasser bekommen, wofür sie im Regelfall nicht ausgelegt sind. Über die Risiken und deren Beherrschung wird berichtet.

Im Bewusstsein der meisten PV-Anlagenbesitzer besteht die größte Gefährdung ihrer Anlage durch Feuereinwirkung. Nach Angaben der Versicherer wird daher der Versicherungsschutz gegenüber Feuer und Sturm aller Häuser zu 90 – 95 % abgedeckt. Obwohl Wasser-Leitungsschäden laut des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) statistisch gesehen sechs Mal häufiger vorkommen als Feuerschäden, sind nur 38 % der Haushalte gegen Elementarschäden wie Hochwasser oder Starkregen versichert. Die Bedrohung durch Naturgefahren wird in der Bevölkerung im Vergleich zu der Gefährdung durch Feuer als gering eingestuft. Nur wenige PV-Anlagenbesitzer sind sich bewusst, dass durch einen zwei Kilometer entfernten Fluss das Überschwemmungsrisiko mehr als doppelt so hoch wie das eines Feuerausbruchs ist.

Eine Pressenotiz aus 2018 greift dies deutlich auf „Wasser ist offensichtlich zerstörerischer als Wind. Hochwasserschäden kommen zwar wesentlich seltener vor als Sturmschäden, sind im Schnitt aber sehr viel teurer, wie die Allianz Deutschland berichtet. Die Beseitigung eines Hochwasserschadens kostet fast 6.600 €, mehr als das Vierfache des durchschnittlichen Sturmschadens von ca. 1.600 €. 2016 wurden durch Allianzkunden 16.700 Schäden durch Überschwemmung und Starkregen gemeldet.“

Die Wechselwirkung des Wassers Bedarf des direkten Kontaktes der Flüssigkeit (Wasser mit Inhaltsstoffen) mit den elektrisch leitenden metallischen Teilen der gesamten Anlage. Schäden können natürlich auch an nicht spannungsführenden Teilen durch erhöhte Korrosion entstehen. Diese sollen aber in diesem Zusammenhang nicht weiter betrachtet werden. Im Mittelpunkt stehen die Wechselwirkungen, die aufgrund des Kontaktes der Spannungsführenden Teile mit der Flüssigkeit stehen. Entscheidend für die Intensität dieser Wechselwirkung sind die Spannungsdifferenz zwischen den elektrisch leitenden Teilen und der elektrische Widerstand der Flüssigkeit. Sobald diese Flüssigkeiten eine endliche elektrische Leitfähigkeit aufweisen, sprechen wir von Elektrolyten. Während die elektrische Leitung in Metallen durch Elektronen erfolgt, erfolgt der Leitungsmechanismus in den Elektrolyten durch im Lösungsmittel gelöste Ionen, i. d. R. dissoziierte Salze, positiv geladene Kationen und negativ geladene Anionen. Werden zwischen den metallischen Teilen Lichtbögen gezündet, erfolgt dann die Leitung über ionisierte Gase.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasser und Abfall 10 (Oktober 2020)
Seiten: 0
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Dr. Harry Döring
Joaquin Klee Barillas
Andreas Wagner

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