Technische, konzeptionelle und organisatorische Lösungen zur Qualitätskontrolle hydrometrischer Daten

Aufgrund steigender Datenmengen und abnehmender personeller Ressourcen stoßen etablierte, oft manuelle Prozesse der Qualitätskontrolle an ihre Grenzen. Ein Ausweg besteht darin, Prozesse zu automatisieren und dem Anwender Werkzeuge für deren Überwachung und entsprechende Eingriffsmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen. Der Beitrag behandelt technische, konzeptionelle und organisatorische Aspekte einer solchen Implementierung in einer modernen Software-Lösung. Dies inkludiert den korrekten technischen Datenfluss vom Sensor bis hin zur Datenbank, eine fachliche Kontrolle und Datenbearbeitung sowie die softwareseitige Unterstützung von Geschäftsprozessen.

Die Qualitätskontrolle und -sicherung von hydrometrischen Daten ist eine vielschichtige Aufgabenstellung für die damit betrauten Organisationen. Sowohl aufgrund einer steigenden Datenmenge in Bezug auf die Anzahl der gemessenen Parameter und einer erhöhten Messfrequenz, sowie der Verfügbarkeit neuer Datenprodukte – beispielsweise aus der Fernerkundung – als auch durch tendenziell abnehmende personelle Ressourcen in der öffentlichen Verwaltung stoßen etablierte, oft auf vielen manuellen Schritten beruhende Prozesse an ihre Grenzen. Ein manuelles Vorgehen ist insbesondere dann kritisch, wenn der Bearbeitungsfortschritt direkt von der manuellen Bearbeitung abhängt und Daten in Echtzeitsystemen, wie z. B. Hochwasservorhersagesystemen, verwendet werden.

In diesem Zusammenhang schlagen wir die konsequente Anwendung eines Paradigmas vor, das in der hydrologischen Vorhersage als „over-the-loop" bezeichnet wird [1]. Es automatisiert die Qualitätskontrolle, liefert dem Anwender zusammenfassende Berichte über auftretende Probleme und bietet ihm die entsprechenden Eingriffsmöglichkeiten zur Datenbearbeitung. Im Gegensatz zu der auch als „in-the-loop" bezeichneten etablierten Vorgehensweise kann so die Effizienz der Qualitätskontrolle signifikant gesteigert werden. Weiterhin werden Abhängigkeiten von der manuellen Bearbeitung reduziert.

In den folgenden Abschnitten gehen wir auf technische, konzeptionelle und organisatorische Aspekte bei der Implementierung einer Qualitätskontrolle in einer modernen Software-Lösung am Beispiel von WISKI7 der Kisters AG ein. Danach wird die Anwendung der oben beschriebenen Methodik anhand von zwei praktischen Anwendungsfällen für das gemeinsame System des Landesamtes für Umwelt (LfU) und der Dienstleistungszentren Ländlicher Raum (DLR) in Rheinland-Pfalz sowie des Schweizer Bundesamtes für Umwelt (BAFU) präsentiert.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasserwirtschaft - Heft 07 und 08 (August 2019)
Seiten: 4
Preis: € 10,90
Autor: Dr.-Ing. Dirk Schwanenberg
Uwe Haß

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