Stochastische Auswertung der Grundwasserstände als Planungsgrundlage für Niederschlagswasserversickerungsanlagen

Qualifizierte Planung von Niederschlagswasserversickerungsanlagen setzt eine zuverlässige Auswertung der Grundwasserstände voraus. Erfahrungsgemäß garantiert die Annahme des mittleren Grundwasserstandes keinen sicheren Betrieb von solchen Anlagen. Die vorgeschlagene stochastische Modellierung der Grundwasserstände mittels Monte-Carlo-Methode ermöglicht, die empirischen Grundwasserstände in Form einer Zuverlässigkeitsfunktion zu approximieren. Anhand dieser Funktion kann man die Grundwasserstände für Zwecke der Anlagenplanung weitgehend analysieren.

Lange Zeit lösten die Stadtplaner das Problem der Regenwasserbeseitigung von befestigten Flächen durch Einleitung in die Kanalisationsnetze. Inzwischen hat ein Umdenken stattgefunden von der Flächenversiegelung und der Ableitung des Regenwassers in die Kanalnetze zur Entsiegelung und Versickerung in den Untergrund. Ziel dieser Wende ist die naturnahe Regenbewirtschaftung unter Berücksichtigung des Boden- und Grundwasserschutzes. Um die Niederschlagswasserversickerungsanlagen wirtschaftlich und nachhaltig zu planen, werden vor allem repräsentative Daten über die Grundwasserstände benötigt.

In diesem Fachaufsatz wird eine statistisch-stochastische Methodik der Auswertung von gewonnenen Grundwasserständen für die Planung von Niederschlagswasserversickerungsanlagen präsentiert. Die empirischen Daten bestehen aus den Beobachtungen des Grundwasserspiegels in Rahmen einer beispielhaften Grundwassermessstelle, die im Gleißental in der Gemeinde Oberhaching von dem Zweckverband zur Abwasserbeseitigung im Hachinger Tal betreut wird.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasserwirtschaft 11/2014 (November 2014)
Seiten: 5
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Dr.-Ing. habil. Andreas Raganowicz

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