Entwicklung der Speicherkapazitäten in Deutschland

Die Nutzung der Wasserressourcen in Deutschland wird - nach historischen Vorbildern in den Erzbergbaugebieten - durch die Veränderungen der Speicherkapazität besonders im Zeitraum von 1851 bis 2000 gekennzeichnet. Sie können durch eine Zunahme des Versorgungspotenzials von 100,02 % (1850) auf 104,55 % (2000) und eine Abnahme des Gefährdungspotenzials von 99,82 % (1850) auf 95,29 % (2000) charakterisiert werden. Mögliche Veränderungen der Klimavariabilität machen es notwendig, die Flexibilität der kooperativen Systeme von Speicherräumen zu erhöhen.

Die Bildung des Wasserdargebots erfolgt in natürlich entstandenen (selbstorganisierten) Gewässereinzugsgebieten, seine Nutzung in diesen Gebieten zugeordneten, historisch geprägten Gefährdungs- und technisch organisierten Versorgungsgebieten. Ihre Entwicklung repräsentiert in unterschiedlichen Zeitmaßstäben ein co-evolvierendes System. Dieses natural-technische System reagiert auf die klimatische Variabilität der Abflussbildung selbstregulierend antwortend als co-respondierendes System. Seine Variabilität muss an die historisch gewachsenen Risiko- und Nutzungsansprüche durch Regulation, z. B. durch Speicherräume, angepasst werden. Als Summe dieser co-evolvierenden und co-respondierenden Systeme ist ein co-operierendes (kooperatives) System entstanden [1].
Die naturraumabhängige Flächennutzung wurde historisch zunächst als naturraumnutzende Kolonisierung gestaltet, in Übereinstimmung mit dem Wasserhaushalt konvergent, später divergent, seine Variabilität tendenziell überschreitend. Die daraus resultierende naturraumverändernde Implementierung durch die technischen Systeme gewässernetz- und leitungsnetzorientierter wasserwirtschaftlicher Anlagen wurde durch gesellschaftlich bedingte, technische, ökonomische und ökologische Randbedingungen flankiert.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasserwirtschaft 04/2013 (April 2013)
Seiten: 9
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Prof. (em.) Dr. Klaus D. Aurada

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