Nährstoffmanagement von organischen Düngemitteln in Wassereinzugsgebieten

Die Stickstoff-Nachlieferung aus organischen Düngern ist schwer zu kalkulieren und kann zu erhöhten Herbst-Nitratwerten im Boden führen. Zunehmende Importe organischer Dünger erfordern in wasser-sensiblen Gebieten eine umfassende Prüfung vor der Düngung. In Südhessen wird eine Nährstoffbörse mit flächenbezogenem Management und kooperativem Ansatz getestet.

Das hier vorgestellte Nährstoffmanagement stellt eine Weiterentwicklung des kooperativen Ansatzes im Wasserschutz dar und geht über die Vorgaben der Düngeverordnung hinaus. Um die Ressource Wasser langfristig und flächendeckend zu sichern, werden kleinräumige, flächen- und bewirtschaftungsbezogene Verteilungsstrategien auf freiwilliger Basis angewandt. Es bleibt allerdings abzuwarten, inwiefern Freiwilligkeit und Zeitersparnis Bestand haben, wenn auf der anderen Seite die Aufnahme von Wirtschaftsdüngern monetär entgolten wird. Eine Honorierung der Begrenzungen des organischen Düngereinsatzes in ausgewiesenen Regionen bzw. unter bestimmten betrieblichen Voraussetzungen ist anzustreben und sollte im Rahmen von Agrarumweltmaßnahmen mittelfristig umgesetzt werden.

Um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden, müssen Staat und Länder ausgleichend eingreifen und Voraussetzungen für ein prüfbares, flächenbezogenes und länderübergreifendes Düngemanagement schaffen. Parallel dazu müssen aber auch regionale Lösungen gefunden werden, die den unterschiedlichen Anforderungen zwischen den Regionen gerecht werden. Die novellierte Düngeverordnung reicht in weiten Feldern nicht aus, um den Belangen des Gewässerschutzes Rechnung zu tragen.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasser und Abfall 11 - 2018 (November 2018)
Seiten: 5
Preis: € 10,90
Autor: Dr. Angela Homm-Belzer
Silke Reimund
Mathias Bahr

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